dann Barcelona bis Dienstag… Wir lesen uns.
Früher, als die Kinder klein waren, waren wir so darauf bedacht, nochmal nach Namibia zu fliegen, solange sie unter zwei sind, oder zumindest teilweise unter zwei. Dann kamen die Jahre, wo sie halt den Kinderpreis zahlen. Jetzt stelle ich fest, dass die Große, wenn wir im Dezember nach Namibia fliegen, schon zwölf ist und somit den vollen Erwachsenenpreis zahlen muss. (Bzw. zahlen natürlich wir, die Eltern und nicht das Kind selbst.) Eine Tatsache, die ich nicht bedacht habe und die mich mit den Zähnen knirschen lässt.
(Und nebenbei stelle ich natürlich fest, wie groß sie wird, die Große und unsere Kinder überhaupt. Sie wachsen und gedeihen und die Mädels erblühen und sind so frisch. Und sind alle drei so voller Lebenslust und Tatendrang. Schön, das so zu erleben.)
Der Beschleunigungsstreifen heißt Beschleunigungsstreifen, weil er zum beschleunigen ist. Beschleunigen! Zackig auf die Auffahrt druff fahren, den Rück- und Seitenspiegel beachten, reagieren, wenn sich unsereins mit Lichthupe, Winken und Abbremsen* bis die Brut nach vorne rutscht ein Bein rausreißt, um die Auffahrenden reinzulassen und in den Verkehr einfädeln, ohne diesen zum Stehen zu bringen und Auffahrunfälle zu produzieren. Ist das so schwer? Man, autofahren macht mich meistens manchmal sowas von grantig.
* So mancher Vollspacken eiert ja auf dem Beschleunigungsstreifen rum, um dann blind nach links rüber zu ziehen.
Wir haben gelacht und geredet. Wir haben Wein und Bier getrunken. Wir haben besichtigt und fotografiert. Wir haben in der Sonne gefaulenzt und Fahrradtouren unternommen. Wir haben gebummelt und geshoppt. Wir haben uns “gehauen” wie früher. Wir haben festgestellt, dass die diversen Kinder die gleichen Macken haben und dass am Erbgut doch was dran sein muss. Wir haben gegessen, viel und gut gegessen. Wir haben laute und leise Musik gehört. Wir waren meistens lustig und albern, manchmal auch ernst und besonnen. Wir hatten uns gerade wieder so an einander gewöhnt.
Und dann kommt er, der Moment. Und ich will mich da sofort in dem Moment auf die heiße Straße setzen, die Finger in den Sand graben und hinter dem Auto herheulen. Den Kindern jedoch geht es genau so und sie trösten mich sogar. Der DüneSiebenMann zählt mir all’ die schönen Voraussichten auf (Barcelona mit der Freundin am nahenden Wochenende, der Sommer, der geplante Namibia-Urlaub im Dezember) und ich steh auf, geh in den Garten und versuche den ganzen Tag, meine Gedanken zu sortieren. Versuche, die das-war-früher-DüneSieben und das-ist-jetzt-DüneSieben übereinander zu legen und die ideale Schnittmenge zu leben.
- Seit der Kater Hasen fängt, geht der Futterverbrauch deutlich zurück.
- Sohnemann verwechselt immer noch “g”, “k” und “ch”. So mercht er sich etwas und der DüneSiebenMann und ich rufen jedes Mal: Merken kommt von merke und nicht von Märchen. (Er sagt auch gefährliger oder freundliger.)
- Die Vorpubertät der Großen nimmt ungeahnte Ausmaße an. (Nervöses und hektisches durch h&m schießen auf der Suche nach einer passenden “Lägging” zum ultrakurzen (auch wirklich NUR mit Leggin zu tragendem) Rock.
- H&M war für die Kinder bis Größe 128 schön. Ab dann fand ich es oft - vor allem für Mädchen - nicht so toll. Aber jetzt passen die Mädchen schon manchmal in XS Erwachsenen Sachen und das ist dann wiederum praktisch. Vor allem, weil es für Mädchen nur so “freaky” Cappys gibt und das Tochterkind aber unbedingt was für auf den Kopf braucht und ich gestern einen Erwachsenen Cappy fand, die ihr wunderbar passt (und steht!).
- Wenn ich viel esse, nehme ich nicht zu, manchmal sogar ab. Wenn ich mich bewußt zusammenreiße, nehme ich zu. So scheint es mir jedenfalls oft. Seit die Familie aus Namibia da ist, futter ich munter mit und die Waage zeigt Tendenz nach unten. Liegt vielleicht daran, dass der große Bruder wie früher schon, auf meinen Teller starrt und hofft, dass ich nicht aufesse!
- Ich habe zum Geburtstag eine CD bekommen, von einer uralt Band (èVoid) aus Südafrika. Wie Bulgariana schon hier so schön schrieb, hört solche Art Musik in der Heimat keiner, aber fernab vom Schuss, finde ich sie plötzlich toll.
- Das “Spiel” Vatertag spiele ich nicht mit. Sogar Muttertag fällt bei uns fast unter den Tisch. Die Zwillinge sitzen derzeit zwar am Eßtisch und malen Mandalas mit “Papa ist der Beste” aus, aber das wars dann auch.
- Haben Sie es schön dort draußen!
Wegen Hitze in Schleswig Holstein und weil es in Namibia so gut wie keine Erdbeeren gibt, gab es heute Mittag selbige für den Besuch. Mit Schlagsahne oder/und Milch. Da sind 2 kg Erdbeeren weg wie nix.
Der gestrige Geburtstag war perfekt. Das Wetter war perfekt, die Kuchen (süße und salzige, selbst gebacken und mitgebracht) waren perfekt, der Prosecco war perfekt, das kleine Fass Bier war perfekt, die Holzterrasse war perfekt, das Trampolin war perfekt, die 12 Kinder haben sich perfekt verstanden, die Unterhaltung war perfekt, die Musik war perfekt, das Ende war perfekt und die Kinderfüße abends perfekt schwarz. So schwarz, dass eine Vorwäsche unter der Dusche erforderlich war, bevor sie in die Wanne konnten. Das war wohl ein perfektes Aufwärmen für den nächstes Jahr anstehenden 40. Dann aber bitte unter gleichen perfekten Bedingungen.
Habt vielen Dank für die Glückwünsche in den Kommentaren, per Email und per SMS. Ich habe mich über jeden einzelnen sehr gefreut. Ihr Bloggerinnen rockt.
Das DüneSiebensche Haus platzt aus allen Nähten. Fast, zum Glück ist es groß. Die Familie aus Namibia ist angerückt und seit gestern knallen Türen und Proseccokorken, ist der Fußboden übersät mit angefangen und hastig wieder ab gebrochenen, weil doch bessere Idee, Gesellschaftsspielen, der Geschirrspüler läuft gefühlt non-stop, es steht immer etwas zu Essen auf dem Eßtisch plus eine Kaffee und Teekanne. Der erste Spargel an Rauchfleisch aus Namibia gestern Abend hat vorzüglich gemundet, der Besuch probiert sich durch die deutschen Biersorten, die Kinder, obwohl sie alle deutsch sprechen, bemerken doch feine Unterschiede. So nennen die Namibiakinder einen Spray auch wirklich einen Spray und nicht einen Schpree, die Schwägerin sucht nach einem Tupperware und nicht nach einer Tupperdose, Weelahn nennen sie kurz wireless, ein Henndie ist ein cellphone und ein Kombi ist bei denen ein VW Bus. Ich bin etwas konfus, fühle mich doch auf beiden Seiten zu Hause. Aber unterm Strich sprechen wir ja alle die selbe Seelen Familiensprache.
Und morgen helfen sie mir alle, 39 zu werden. Ich tauch mal wieder unter! Haben Sie ein schönes sonniges Wochenende da draußen in Nord und Süd.
Der Wortteufel sieht mich auf einer einsamen Insel und ich darf nur fünf Lieder hören. Da wähle ich für die Seele und mit Bedacht:
Clocks - Coldplay und Buena Vista Social Club (bringt meine Seele zum schwingen)
Don’t you forget about me - Simple Minds (bringt Erinnerungen für die Seele)
Peacekeeper - Fleetwood Mac (die Seele tanzt)
Bye Bye December African Rain - Juluka (da roots for da soul!)
The Wedding - Abdullah Ibrahim / Dollar Brand (Balsam für die Seele am Abend beim Sonnenuntergang)
Ich darf wirklich nur fünf Lieder mitnehmen? Hmmm, aber - hach, das wird schön, da auf der Insel. Ich werde mir meinen Kikoy umbinden und tanzen, träumen, baden und die Seele baumeln lassen. Und wenn mir langweilig wird, schwimm ich rüber zu Frau Wortteufel, denn ihre Auswahl ist auch nicht zu verachten.
So - und Unterholzbewohner, Rebenwanderin und Chrizzo haben die Nachbarinseln…

Spuren im Sand