Es schlummert in mir

Nie hätte ich das gedacht. Lieber wäre ich im Winter barfuß gelaufen oder hätte mir die Füße blau gefroren. Und immer Sommer erst recht, denn Sommerschuhe der Marke sind für mich noch eine Steigerung des schlechten Geschmacks. Bis zu dem Tag, als ich die Schuhe im Regal stehen sah, in die Hand nahm und sie am Fuß hatte. Sie saßen wie angegossen. Und so kam es, daß ich mit Rie.ker Schuhen den Schuhladen verlassen habe.

Nebensächliches zum Thema Schuhe: Die Mittlere, die erst 11 Jahre als ist, hat nun Schuhgröße 40. Ich habe Schuhgröße 40, ganz selten (so wie in den Rie.kerschuhen) 41. Und die große Schwester hat Größe 39. Nur mal so. Sie will wohl noch hoch hinaus, im wahrsten Sinne des Wortes.

Nicht immer nur besinnlich

Zwischen all’ dem Hutschi-gutschi, Frohe Weihnachten, besinnen auf Frieden, Freude, Ruhe und Besinnlichkeit, braucht man, brauchen wir als Familie auch mal frischen Wind. Die Kinder, die so unter Strom stehen mit den letzten Arbeiten vor den Weihnachtsferien, der Mann, der einen Spagat nach dem anderen hinlegt und ich, die wie üblich um die Zeit halt, mit einem dicken Kloß Heimweh im Halse durch die Gegend tigert. Wir lassen es krachen, alle zusammen, rocken um Sofas und Kater herum und fühlen UNS.

Ohne Filmchen, damit die mit einer lahmen Internetverbindung – so wie wir – die Musik durchgängig hören können. Und jetzt – laut mitsingen, mitwippen, mitrocken, ausflippen. Besinnlich können wir später immer noch.

Ein Traum

Ich habe in der Nacht sehr schlecht geschlafen und tu etwas, was in meiner langjährigen Karriere als Hausfrau so gut wie nie vorgekommen ist: Ich lege mich um 6h45, nachdem Kinder, Mann und Kater versorgt sind, nochmal hin. Nach einem Anfall von „ich kann jetzt aber gar nicht schlafen, lieber mache ich einen Mittagsschlaf“, sacke ich doch weg. Und träume einen höchst komischen Traum. Hier ist er (featuring special guests Wortteufel und Soulsilence): weiterlesen ‘Ein Traum’

Strickliesel

Ich kann Ajourmuster stricken. Das wußte ich bis vor zwei Tagen selbst nicht. Feine Sache das.

(Denken Sie jetzt nicht altbacken -  denken Sie schöne gefilzte Armstulpen.)

Gib Gas, Gustav!

Manchmal geht das Leben so schnell, so viel steht auf der Liste und alles um mich rum wuselt. Da klopft mein Herz ganz schnell und ich will mich am liebsten selbt überholen.

Unser Altglas…

… besteht zu 80% aus Nutellagläsern. Der Rest: Proseccoflaschen und das eine oder andere Marmeladenglas. Nur mal so.

(Und jetzt tauche ich wieder ab in die Welt von Kardamon, Zimt, Mehl und Lebkuchengewürz.)

reality sinks in

Es war neulich die Rede davon, daß wir Blogger(innen) dazu neigen, immer nur die rosarote Seite zu zeigen und zu glorifizieren.

Dabei habe ich hier jeden Tag die geballte Realität. Drei Kinder in einem schwierigen Alter der Pubertät. Morgens um 6h00 mit dem Weckerklingeln setzt auch sofort der Kampfgeist der Kinder ein. Noch verschlafen und muffelig kann man sich so richtig schön an den Schwächen der Geschwister abreagieren. Oder die selbst noch verpennte Mutter bietet auch immer eine beliebte Zielscheibe. Sprich – bei Tee und Müsli morgens um kurz nach sechs, bin ich erziehungs- und schlichtungstechnisch oft schon arg gefordert. Was mir nicht immer leicht fällt. Da regt die Mittlere sich über die Große auf, weil die immer vergißt, daß da noch ein Rest Müsli und Milch in der Schale ist und diesen unwillkürlich in den Geschirrspüler kippt. Da stört der Sohn sich extremst an der Zwillingsschwester, die beim kauen so schnauft… Und die Große blockiert das Bad für die jüngeren Geschwister, weil sie sich schminken „muss“. Die jüngeren Geschwister empören sich derweil bei mir in der Küche darüber, daß die große Schwester jeden Morgen mindestens drei Frisuren ausprobiert und sich die Wimperntusche so dermaßen dranklatscht

Über diese Schminksituation bei der Dreizehnjährigen bin ich auch nicht glücklich – aber wie geht man damit um? Wie bringt man so einem jungen Menschen Stil bei und daß weniger oft, meistens, mehr ist? Mein Argument, daß ich mich ja auch nicht jeden Tag schminke, widerlegt sie ihrerseits, daß sie blonde Wimpern hätte und ich dunkle. Meine Argumente wiederum, daß ihre Haut viel frischer, faltenfreier und jünger sei als meine und gar keine Schminke bedarf, schnauft sie beiseite. Und daß Herr DüneSieben sie neulich mit den Worten klatsch dich doch nicht so zu! begrüßt und gleichzeitig verabschiedet hat, wurde mit einem kräftigen, das Haus bis ins Fundament erschütternde, Haustürknallen quitiert.

Das war natürlich die falsche Ansage im falschen Moment. Und genau da kommt sie, die Realität: Man ist als Eltern nicht immer in der Lage, alles gelassen hinzunehmen und angemessen und erzieherisch korrekt zu reagieren. Man ist vor allem auch nur Mensch. Und nimmt die Dinge, die einem die Kinder so ins Gesicht schleudern, sei es stutenbissige Kommentare, unbedachte Äußerungen, schlechte Noten oder abgesprochene aber nicht erledigte Pflichten mal mehr mal weniger beherrscht hin. Man reißt sich zusammen wenn beim Abendbrottisch sich gegenseitig ins Wort gefallen, gemotzt und gepöbelt wird, vielleicht eine Woche lang. Aber dann hat man selbst einen schlechten Tag und kann es einfach nicht mehr ertragen. Dann endet das harmonische Familienabendbrot schneller und vor allem ganz anders, als einem lieb ist.

So ist es nicht immer, aber so kann es sein. Oft läuft es auch ganz toll und man fragt sich, was hat man als Mutter oder Vater oder Eltern denn nun anders oder besser gemacht. Dann ist es vielleicht so, daß alle gleichzeitig gut drauf sind und die emotionalen Zahnräder der Familie besser in einander greifen. Man hüte sich vor zu viel Kuscheligkeit, dann fällt man umso härter, wenn die Realität wieder auftaucht.

Stollen?

Gebacken und abgehakt. Eine Mischung aus zwei Rezepten – einem Uraltrezept von meiner Mutter und einem Rezept einer Freundin. Quarkstollen, einmal mit und einmal ohne Marzipan. Weil der Sohn sehr gerne Stollen, aber sehr ungern Marzipan ißt. Mit Korinthen, Haselnüssen, Mandeln, echtem Rum, Kardamon und Muskatblüte. Mir ist so weihnachtlich.

Kleingeld

Die meisten Menschen hassen ja Kleingeld. Ich hingegen liebe Kleingeld. Ich bin Mutter von drei Schulkindern, die andauernd und immer am liebsten schon vorgestern kleine Kleckerbeträge mit in die Schule bringen sollen. 1,90 Euro zusätzlich für den schon bezahlten Theaterbesuch (weil die Fahrt dorthin jetzt doch teurer ist). 8 Euro für den Sponsorenlauf. 19,95 für das workbook, 5 Euro Kopiergeld und 9,25 für einen Taschenrechner (Sammelbestellung für die ganze Klasse, es lohnt sich so etwas zur Zeit in England zu bestellen). Jedenfalls geht es mir fast jeden Morgen so, daß ich mir die Haare raufe und sämtliche Portemonnaies und Sparschweine abgrase. Ich habe ein Schraubglas mit Kleingeld (Münzen und 5 Euro Scheinen) in der Küchenschublade. Da ist aber während ich in Namibia war, nur geplündert und nicht nachgefüllt worden. Woraufhin ich heute beim großen Einkauf überall mit Scheinen bezahlt und freundlich lächelnd bewußt um möglichst kleines Rückgeld gebeten habe. Sogar das 1 Euro Parkticket habe ich mit einem 20 Euro Schein bezahlt. So ist das, mit mir und dem Kleingeld.

beschildert

Heute Fotoimpressionen in Form von Schildern und Beschriftungen:

 

 

 

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