Archiv für Januar 2008

Ich bin okay

Ich bin viel ruhiger. Vielleicht dank Rescue Remedy Tropfen, vielleicht dank (zum grössten Teil) abgearbeiteter Liste, auf jeden Fall dank vieler guter Wünsche - auch von Ihnen allen! Grösste Flatteritis (das lernte ich gestern in den Kommentaren, dass es Flatteritis ohne E am Ende heißt - auch dafür vielen Dank…!) hat sich gelegt und so daddel ich eine letzte Runde durch die Blogs und stoße auf diesen Beitrag von Frau…äh…Mutti. Und nun, da sie so offen ist, möchte ich auch die Hosen runterlassen sagen, was Sache ist.

Also: ich habe Myome, einige Myome. Zwei waren schon die letzten 10 Jahre bekannt, die meisten sind jedoch im letzten Jahr dazu gekommen und rasant gewachsen. Ich hatte oft Schmerzen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Periodenschmerzen (starke, bis in die Beine!) und allgemeine Unterleibsschmerzen. Sehr oft lag ich auf den “grässlichen Stühlen” (Wortlaut Frau…äh…Mutti, danke!), wir (die Ärzte und ich) tippten eine Zeitlang doch eher auf eine Blasenproblematik. Das war eine charmante Phase, bis ich dann vom Urologen doch wieder in die Gynäkologie eingestuft wurde und bekannt wurde: die Gebärmutter ist völlig durchwachsen von Myomen, stark vergrößert und muss raus. An dem Punkt stehe ich nun. Morgen kommt sie raus.

Dass man das nicht so ohne Wimperzucken machen lässt, zumal wenn man noch unter vierzig ist (das darf ich mit fast vollendeten 39 holden Jährchen doch sagen?), ist klar. Es hat einige Wochen gedauert, bis es in meinem Kopf verankert war. Eine Zeitlang konnte ich nicht gut mit ganz jungen Frauen zusammen sein, ich fühlte mich wie 75 Jahre alt. Ich hatte Angst, dass sich diese Blockade auf meine Art übertragen würde. Meine Art mit mir selbst, mit meinem Mann, mit den Kindern und überhaupt allem umzugehen. Aber jetzt “bin ich okay” - wie man in meinem namibisch-deutschen Slang so sagt. I’m okay. Mir wurde in den letzten Wochen so oft gesagt, dass frau sich hinterher fragt, warum sie es nicht schon viel früher hat “machen lassen”. Ich habe so viel Sympathie bekomme und BIN DOCH GAR NICHT KRANK!

Und so werde ich heute um 18h00 ins Krankenhaus einchecken - der Mann und die Zwillinge bringen mich, die Große ist aus organisatorischen Gründen bei den Grosseltern - bewaffnet mit ner Riesenbuddel Rescue Remedy Tropfen, einer Batterie an Büchern, einem I-pod voller guter Mukke, in der Hoffnung und Annahme, dass alle guten Prophezeiungen eintreffen mögen. Und dann muss nur noch das Mama-Abwesenheits-Programm greifen. Aber das wird es, da bin ich ganz ruhig. Und für alle anderen Dinge beiße ich in die nächste Tischkante…

Und jetzt bin ich wirklich weg!

Rauschen im Ohr und Herzklopfen

So. Es ist nicht mehr abzuwenden. Der OP Tag rückt unaufhaltsam näher und seit heute Morgen hat mich die akute Flatterities. Flatterities wird von der Rechtschreibprüfung jetzt gerade nicht erkant, aber ich kenne sie wohl. Sie macht sich mit Rauschen im Ohr und Herzklopfen seit dem Aufstehen bemerkbar. Da helfen die Rescue Remedy Tropfen, die ich mir auf Anraten der lieben namibisch-schwäbischen Freundin geholt habe, auch nüscht. Flatterities ist eben Flatterities.

Auch Phrasen wie sitzen alle Ihre Zähne fest, wir machen dann abends noch einen Einlauf und während Sie narkotisiert sind, beatmen wir Sie durch den Schlauch helfen nicht. Fast am Schlimmsten war die Nachricht, dass ich ab morgen Mittag nur “Süppchen und Leichtes” zu mir nehmen dürfe und am OP Tag erst abends wieder etwas essen darf! For heavens sake! Ich esse doch so gern und wenn man mir in Aussicht stellt, dass ich ungefähr 36 Stunden hungern muss, gehe ich von Vornherein auf dem Zahnfleisch.

So sieht es aus, meine werten Leserinnen (und Leser? hallo?). Um mich herum türmen sich Berge mit Wäsche: zu faltende, zu bügelnde (die knick ich gleich!!) und solche, die noch gewaschen werden muss. Ich muss beim Finanzamt anrufen, die Kohle für den Wohnwagen zusammenkratzen den Wohnwagen bezahlen, den Zeitplan im Minutentakt für die Kindelein während meiner Abwesenheit überarbeiten, für einen Elternabend, der eh ohne mich stattfinden soll, einladen, diverse Sachen abarbeiten, staubsaugen, wischen, aufräumen… Aber wie immer mit so einer Flatterities in und so einer Liste vor mir, suche ich mir, statt Liste abzuarbeiten, schön in Ruhe Bücher aus. Wenn ich schon nix essen darf, will ich wenigstens lesen dürfen.

(Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, nochmal zu bloggen - aber ich komme wieder! Sobald ich wieder sitzen kann Spätestens Ende nächster Woche gibt es ein Lebenszeichen.)

Haut rein, Ihr Lieben!

Komisches Wort

Kaschieren. Es ist ein merkwürdiges Wort, also nicht das Wort an sich, sondern die Bedeutung dahinter. Ich denke da immer an ältere Damen, die ein paar Pfunde kaschieren wollen. Oder graues Haar (nein nicht Deines, liebe Stilke!) wird kaschiert. Oder der schmutzige Hals von Kindern wird kaschiert mit einem Halstuch. Und wenn ich ein T-Shirt anziehe und denke oh, das kaschiert ja ganz gut, dann zieh es ganz schnell wieder aus und ziehe stattdessen in einem nicht kaschierenden, engen T-Shirt den ganzen Tag den Bauch ein. Ich weiß nicht, wo diese Aversion gegen dieses Wort herkommt.

Ein Zeichen

Es ist ein Zeichen (oder Ines?), dass das einzige Lied, auf meinem neuen Handy von Moby ist…

Ich liebe es jetzt schon!

Zeugnisse und Erinnerungen

Die Kindelein kriegen heute Giftblätter Zeugnisse. Die Stimmung im Hause DüneSieben heute Morgen war sehr geteilt. Sohnemann schwankt zwischen grober Selbstüberschätzung und Gleichgültigkeit, seine Zwillingsschwester zwischen Selbstzweifeln und höchstem Ansprüchen an sich selbst. Die Große zittert vor einer 4 in Mathe und hat eine “Angst”, die ich noch nie an ihr erlebt habe. Fazit für mich: Sohnemann ist okay, die Kleine setzt sich viel zu sehr unter Druck und die Große meistert alles so toll, wenn es da eine 4 in Mathe gibt (was ich nicht glaube, by the way!) ist das kein Beinbruch. Ich hoffe, ich konnte ihr ein wenig Gelassenheit übermitteln. Und von Schule und Zeugnissen gesprochen, hier ein Foto von meiner Einschulung in die kleine deutsche (damals noch Regierungs-, heute Privat) Schule in Walvis Bay bitte ignoriert die Segelohren, das hat sich zurechtgewachsen:

subaztuete.jpg

Mutter für ältere Kinder

So habe ich es mir immer vorgestellt: Die Große hat eine Freundin zu Besuch und sie gucken mit der kleinen Schwester zusammen “Die Wilden Hühner und die Liebe” auf DVD. (Sohnemann ist bei einem Freund und ist so der Mädchenthematik entgangen…) Draußen prasselt es mal wieder. Der Ofen bullert und ich habe Waffeln gebacken und mir einen Tee aufgebrüht. So sitzen die Mädchen also gemütlich bei Waffeln und DVD, zwischendurch, davor und sicher auch danach unterhalten wir uns nett, ich darf meine Witzchen (und haben sie sich schon geküsst?) einwerfen ohne allzu großes Augenverdrehe von meinen Mädels und stelle fest, dass ich dieses Alter liebe. Ich dachte immer, ich würde meinen Babys hinterher trauern tue ich auch, aber der Zug ist ja bekanntlich abgefahren, genieße jedoch in letzter Zeit dieses Miteinander mit den großen Kindern sehr. Erinnert mich daran, wenn sie mich mal wieder in den Wahnsinn treiben

der Anfang

Ich habe immer schon gern geschrieben. Unförmige Gedichte früher in der Schule, auch Aufsätze waren mir meist nicht verhasst. Als ich 1994 nach Deutschland kam, SCHRIEBEN wir ja noch per Hand Briefe… Auch das habe ich gern getan und ausführlich nach Namibia berichtet. Dann kam die Zeit des Faxgerätes und bald darauf auch schon zogen Email, Handy, SMS und Co in unser Leben ein. Eine neue Welt tat sich für mit dem Internet und vor allem dem Bloggen auf.

Anfang 2006 bin ich das erste Mal auf ein Blog gestoßen, als ich ein Kuchenrezept suchte und dabei bei Hofgeschnatter landete. Von da aus ging’s zu Frau … äh … Mutti und vielen anderen. Ich war fasziniert. Und bald dachte ich das will ich auch. Mein erster Eintrag (damals hatten wir ja noch echten Schnee!) war am 13.3.06. Und wie war das bei Ihnen so?

(Nein, das ist kein Stöckchen, nur ein Gedanke, der mir kam und es interessiert mich, wie Sie zum bloggen kamen und wie lange Sie schon dabei sind.)

Ich lese Euch

Frau Antonmann hat mich an ihr Herz gedrückt. Ich fühle mich geehrt und beflügelt, hier ein paar meiner Favoriten kundzutun. Schwierig, schwierig. Ich lese viele Blogs so gern, aber hier ein Versuch, die Runde etwas einzugrenzen:

Erst einmal den Ball das Kompliment zurück an Frau Antonmann. Ja, ich lese sie gern, der von ihr schon genannten Gemeinsamkeiten wegen.

Ami. Auch wenn ihre Kinder einiges jünger sind als meine eigenen, so ist mir die anstrengende Zeit mit den ganz kleinen Monstern noch sehr lebhaft in Erinnerung. Dass man nicht genügend Arme, Hände, Füsse, Finger, Stimmen, Köpfe, Rücken… hat, um die Kinder zu füttern, tragen, in den Schlaf zu schuckeln, beruhigen, vorzusingen…, kenn’ ich noch sehr gut! Und ihre schwarzhumoristische Art, über das Abenteuer Leben zu berichten, ist jeden Tag aufs Neue eine Freude und einen Lacher wert!

das Miest. Sie lese ich seit der ersten Blogstunde. Täglich. Ihre Kinder sind im Alter von meinem Sohnemann. Was sie schreibt, macht Sinn, für mich zumindest. Und ihre Fotos sind genial. Zudem war sie zumindest im alten Blog meine treue Kommentator-Seele!

Stilke. Ich mag ihren Schreibstil und halte die Daumen, dass sie bald dazu kommt, sich endlich mal aufzuhübschen wieder durchzuatmen.

Tertia. Bei ihr ging es anfangs um Unfruchtbarkeit, nun hat sie zwei tolle Kinder. Außerdem lese ich dort so viel über die Stadt meines Herzens, Kapstadt. Meine Dosis tägliches Südafrika!

Moby - immer wieder gut

ein Tor

Wir, das heißt das kranke Huhn die kleinere Tochter, Sohnemann und der Kater (ich kann das nicht mit ansehen, wie Namibia einen übergebraten bekommt!) gucken Africa Cup: Namibia-Marokko. Nachdem Namibia gleich in der ersten Minute das erste Tor einkassieren musste, waren die Erwartungen nicht allzu hoch. Eben kam Sohnemann strahlend an mit der Botschaft: “Wir haben ein Tor geschossen”! Namibia-Solidarität bis in die Fingerspitzen…

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