Morgens aufzustehen, raus zu gehen, sich auf die warme Steinterrasse setzen und die nackten Beine in die Sonne strecken. Dann einen Kaffee aus der Küche holen, während Mutter und Noennie (unsere schwarze Haushaltshilfe und Seele meiner Kindheit) fröhlich in der nahe gelegenen Waschküche schnattern. Ich erinnere mich an einen Morgen, als ich mir am Vortag so einen Sonnenbrand am Strand zugezogen hatte, zu schnell aufgestanden war und bei meinem morgendlichen Ritual zuerst die Damen in der Waschküche zu besuchen, die Beine wegknickten und ich den Sonnenstich auf den Rasen auswürgte.
Die erste Wetter-Prognose an einem Sommermorgen an der Küste Namibias: Wie wird es heute? Verzieht sich der Nebel am frühen Vormittag, deutet das meistens auf einen perfekten Strandtag hin. Scheint gleich morgens schon die Sonne, wird dies oft durch den am Mittag einsetzenden scharfen, sandigen Südwestwind getrübt. Und man muss sich mehr oder weniger drinnen aufhalten, alles staubt ein, Autos werden gesandstrahlt und Gärten mit feinem Sandpuder bestäubt. Das Leben zwischen Wüste und karger Küste mit kaltem Benguelastrom eben. Nichts für Samtpfötchen. Nicht immer Strandwetter, aber wenn Strand, dann so richtig: Mit Tagesausflügen ans Meer. Kühltaschen mit Wassermelone, Spanspek und süßen Trauben aus dem Kap. Schüsseln mit Kartoffelsalat und belegten Broten. Vorräten an Fleisch und Wurst für den „Braai“ am Nachmittag, oft ergänzt durch eben gefangene Langusten. Campingstühlen und -tischen. Gazebos und ein Windschutz werden aufgebaut. Perfekt! Es wird am Strand gelebt. Kinder toben stundenlang im Wasser, obwohl es klirrend kalt ist. Und werden dabei je nach Anzahl Kinder im Wasser, von einem oder mehreren eifrig nebenbei schnatternden Müttern, beobachtet, denn mit der Brandung und Strömung des Atlantiks ist nicht zu spaßen. „Köppe-Zähldienst“ nannten meine Cousine und ich es im letzten Urlaub und saßen uns die Hintern wund am grobkörnigen Strand, während unsere Kinder im Wasser tobten. Der Himmel ist blau und ich meine blau. Die Luft ist würzig, die Sonne strahlt warm und die Möwen kreischen. Mit etwas Glück kann man einen Schakal beobachten, der sich von der Wüste, die 2 km im Rücken hinter einem beginnt, ans Wasser traut. Armer Kerl, geblendet und angezogen vom Salzwasser, trinken kann er es nicht.
Am späten Nachmittag wird man manchmal von plötzlich aufziehendem Nebel, angekündigt vom Tuten des Nebelhorns auf Pelikan Point (der Landzunge an der Walfischbucht) nach Hause gescheucht. Dann heißt schnell zusammenpacken und nach Hause fahren, an der für mich fast schönsten Strecke der Welt: der Küstenstraße zwischen Swakopmund und Walvis Bay. Abends liegt man im Bett und fühlt sich einfach nur pudelwohl, man hat das Gefühl immer noch unter den tosenden Wellen durchzutauchen und es ist, als hätte man einen Schleudergang in der Waschmaschine mitgemacht. Der Schlaf ist besonders entspannend nach so einem Strand- und Badetag.Sie sind immer wieder anders, die Strandtage in Namibia. Meine schönsten Erinnerungen hängen an ihnen. Und ja, verdammt nochmal, ich vermisse es. Sehr.
Notiz an mich selbst: Flüge für Dezember nach Namibia raus suchen! (Tipps für günstige Flüge werden gerne angenommen!)
Liebe Frau Düne 7, willkommen bei den „WordPress“ erinnen. Habe Sie dann wieder ordnungsgemäß verlinkt :-)
wie schön Sie das geschrieben haben….
Oh, oh, oh, wie überaus fein. Mein blödes Bloglines hat ihre letzten Beiträge nicht angezeigt und da komme ich einfach so bei Ihnen vorbei und dann oh, oh, oh. Willkommen in der wunderbaren Welt von WordPress.
Wenn ich die Erzählungen lese, dann denke ich an einen guten Freund, der ein paar Wochen dort gearbeitet hat und jagen war. Und seine Erzählungen von Land und Leuten, als er durch die Gegend gefahren ist. Nicht zu vergessen seine Erzählung von seiner Ankunft, als er landete und keine Ahnung hatte, wie er zu seinem Ziel kommen sollte..
Er hatte das Glück jemanden kennen zu lernen, der das deutschsprachige Radio dazu brachte, eine „Suchmeldung“ für eine Mitfahrgelegenheit zu bringen. Und so wurde er von wildfremden Menschen durch Namibia gefahren – und war schon gefangen von dem Land.
Seine Erzählungen von dem Moment, als er über eine Riesendüne stiefelte, einen strengen Fischgeruch in der Nase und – plötzlich vor einer gewaltigen Robbenbank stand. Stinkend und laut. Und dahinter das Meer. Gewaltig.
Jahre später entschloss sich eine Kollegin, für vier Monate dort zu leben und zu arbeiten. Ihre Bilder von Namibia habe ich nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Eins schaute ich mir an und frage sie, wer das gemalt habe. Und sie lachte und sagte: das war der Blick über die Ebene auf die Berge.. Das ist ein Foto.
Irgendwann fahre ich auch mal hin…
Danke für die Wilkommensgrüsse! Muss hier in WordPress erstmal warm werden. Seid also geduldig mit mir… ;)
@Wortteufel: Vor allem im Süden des Landes sind die Farben oft so pastellig-kitschig (von zartem grün über rosa und orange Töne) dass ich immer sage „wenn jemand das in den Farben malt, würde es heißen, dass es der grösste Kitsch ist“!
(Und ja, mach das – fahr hin! Die meisten sind fasziniert.)
Hallo Frau Düne, kannst du nicht mal so ein paar tolle Fotos hier einstellen? Eine kleine Galerie wäre ganz toll.
Ansonsten: erfolgreich neu verlinkt und viel Spaß im neuen Heim ;)
Manche sagen über Afrika: „Entweder man hasst es oder man liebt es“ bei mir ist es eindeutig Letzteres!
Das Land meines Herzens ist Kenia, weshalb mich die aktuellen Ereignisse dort sehr traurig machen.
Willkommen in der WordPress-Community! Schön, dass es ein weiteres „Afrika-Blog“ gibt :-)
Liebe Grüße
tom
*huhuuu* Liebe Frau Düne7! Welcome to Wördpress :-D
Schön, Dich hier zu haben.
Und so wunderschön geschrieben, dass ich das Gefühl habe, es selbst erlebt zu haben.
(Und ich will da auch mal hin!)
Tom: So ist es mit Afrika – es gibt nichts dazwischen. Ich habe auch schon Leute getroffen, die mal in Afrika waren und damit nichts anfangen konnten/können (womit ich kein Problem habe, ich finde es ehrlich, wenn sie es sagen). Die Mehrheit jedoch ist fasziniert…
das Miest: Die Idee hatte ich auch schon… Lass mir noch ein wenig Zeit!
Ines: Danke! :)
oh willkommen bei wordpress!! das headerbild gefällt! und der text ist heute genau das richtige um mich träumen und fortreisen zu lassen. ganz ganz toll geschrieben!!
(ich geh ma eben nue verlinken!)
ach frau düne7, jetzt habe ich wieder fernweh. ich habe die bilder vor augen, die sie beschreiben – auch wenn wir keinen strandtag gemacht haben, da wir im juni (also winter) da waren. aber die strasse von walvis bay nach swakopmund, mit der wüste rechts und dem meer links. und den „sandstrahlenden“ wind haben wir auch erlebt, er war so heftig, dass wir unsere abreise aus swakop ein paar stunden verschieben mussten. sie haben schon recht, ich bin fasziniert von namibia. und es stimmt auch, dass man es liebt oder hasst. ich liebe es!!! (obwohl ich nur durch zufall da urlaub gemacht habe)
und glückwunsch zum start bei wordpress!
Das tut so gut zu lesen. Ich hoffe meine Kinder werden spaeter ueber ihre Zeit hier in Thailand genauso berichten, wie Du ueber die Deine in Namibia… schoehhhhhhhhhhhhhhhhhhhhn!
lg
Mone