Archiv für Februar 2008

was machen mit den Sachen

die einem auf der Seele brennen, man sich aber aus Pietätsgründen nicht traut, sie zu bloggen? Ich drohe bisweilen zu platzen an Dingen, die ich NICHT schreiben kann. Weil es Geschichten des Lebens sind, welches sich genau unter meiner Nasenspitze abspielt. Und es sind Dinge, die mich richtig bewegen, richtig aufregen oder richtig wundern. Und ich kann so schlecht verschlüsseln, dann käme es nur mau rüber.

Das beschäftigt mich gerade sehr!

(Es lesen nur ganz wenige aus meinem privaten Umfeld hier mit. Es weiß auch nur eine Freundin von meinem Blog – hallo, B.! – aber was ist, wenn es doch mal rauskommt und sie wälzen sich hier durchs Archiv? Oder bin ich nur einfach nicht balls genug?)

ich&ich und ich und die Kinder

In letzter Zeit immer wieder: Ich chauffiere die Kinder durch die Gegend, sie wollen ihren Lieblingssender N’Joy hören und dann erklingt auch deren Song der Woche: „Stark“. Sie singen den Refrain, ich hu-hu-hu-huuu dazu, mit theatralischem Blick in den Rückspiegel. Sie mögen das Lied immer noch. Ich habe es mir total überhört, geht halt schnell, wenn man es den ganzen Nachmittag aus einem der Kinderzimmer hört, im Wechsel mit „Vom selben Stern“.

Ach, Avril!

Das mit den Töchtern ist so:

Man bekommt ein schnuckeliges Baby, ein Mädchen, das erste Kind. Es ist ein Vorzeigebaby: Schläft, trinkt, lächelt und gluckst nach Plan. Begeistert alle drumherum. Die Eltern meinen, das ist Standard, bekommen flugs noch ein Kind, bzw. in unserem übereifrigen Falle gleich zwei auf einem Male. Das landet als gemischtes Doppel, nämlich Junge und Mädchen. Derweil ist das erste Herzekind zarte 22 Monate alt und entwickelt gerade eine recht starke Eigendynamik. Plötzlich ahnt man, das die entspannten Zeiten vielleicht für immer passe sind. Die Dinge um einen herum passieren einfach so, man ist fremdgesteuert, wie der DüneSiebenMann es so schön auszudrücken pflegte. Es folgen Jahre des Wickelns, Tragens, Kindergarten, Vorschule und bei der Einschulung meint man, jetzt kehrt Normalität ein. Tut sie auch, zumindest zwischenzeitlic für etwa 4 – 5 Jahre.

Und dann kommt das Monster Pubertät. Ich habe mich sehr davor befürchtet, fühle ich mich doch oft, als hätte ich gerade die Pubertät überwunden. Ich erinnere mich noch so gut an mich selbst in der Phase. Ich bin – weil die nächste deutsche Schule 30 km Hause entfernt war – quasi mit 12 Jahren zu Hause ausgezogen. Habe in Schülerheimen und „privat“ gewohnt. „Privat“ heißt bei einer älteren Dame, die Schüler bei sich aufgenommen hat, aber keine Kontrolle über uns hatte. Bekam meine Mutter Wind von meinem Treiben, bekam ich einen Anruf. Diese Schimpftiraden ließ ich lässig über mich ergehen, indem ich den Hörer am Kabel (ich bin schon ein paar Jährchen alt, damals hatten wir noch Telefonhörer mit Kabel!) durch die Luft schwingen ließ und ab und zu ein „ja-ha“, „mach ich Mama“ und „m-hm“ hineinhauchte. Meine Freundin bekam Lachkrämpfe, tat es bei ihrer Mutter genauso und mich beschlich damals schon das Gefühl, dass ich das irgendwann in meinem Leben heimgezahlt bekomme. Und ich glaube, an dem Punkt bin ich jetzt angelangt.

Ich habe zwei Töchter. Die Große ist 11 einhalb. Es geht los, mit der Pubertät. Zusammenhängende Sätze gibt es nicht. Faule Ausreden dafür viele. Der Verstand wird auf Eis gelegt und nur im Notfall eingesetzt. Die aller-aller-beste Freundin wird überlebensnotwendig und wird jeden Tag zum Abschied nach der Schule umarmt. Jungs sind „sowas von hohl“ allen voran eingeschlossen der eigene Bruder. Die eigenen alten verschrobenen Eltern sind einfach nur zum Augen-verdrehen-peinlich und verstehen einen einfach nicht. Alles wird vergessen und verloren. Diesen Winter hat die Große zwei Mützen und einen Schal verloren. Klassiker hierzu: Am Samstag hatte das werte Frollein Tochter einen Schwimmwettbewerb. Weil im Zuge der neuen Vergesslichkeit Badekappe und Schwimmbrille (beides Markenprodukte und super Qualität – hätten noch 15 Jahre gehalten!) verschütt gegangen waren, fuhr der DüneSiebenMann sie auf dem Weg zum Wettkampf beim Sporthändler vorbei, damit sie sich beides (vom eigenen Taschengeld) neu kaufen kann. Und was tut das Schusselchen? Vergisst dafür das sündhaft teure, weil superhautfreundliche Haut-und-Haar-Duschgel. Die Ausrede? Ich glaube das war alle, ich glaube ich habe das weggeschmissen! Das war nicht alle, meine Liebe, das war noch 2/3 voll. Aber sachliches Argumentieren bringt nüscht. Da beißt man sich die Zähne aus. Das pubertierende Scheusal Mädchen wirft die Zimmertür zu und Avril Lavigne an und gibt sich ihrem Schicksal hin, mit einer zickigen Schwester, einem „so hohlen“ Bruder, einer ewig nörgelnden Mutter und einem ungeduldigen Vater gestraft zu sein. Hallo??!

Das Schlimme Gute daran ist, dass ich mich wie gesagt noch an meine Pubertät so genau erinnere. Dieses Gefühl, alle anderen sind verkorkst und man ist die einzig Normale. Dass alle Jungs im eigenen Alter und drunter so hohl sind, aber die in den älteren Jahrgängen irgendwie so süüüß! Dass die Eltern null Verständnis haben für Dinge, die alle anderen auch dürfen. (Aber die anderen…!) Dass man das eigene Handeln und Denken nun mal einfach nicht steuern kann und einfach nie, nie schuld ist. (Hallo? Was kann ich denn dafür?) Dass die Welt um einen herum in Schutt und Asche versinken kann, man sitzt auf einer einsamen Insel und versucht Avril Lavigne Texte zu übersetzen und interpretieren… Ich seh mich noch mit RiesenRosaPlastikOhrringen und knalleng abgenähten (sodass die Durchblutung der Waden komplett abgeschnürrt war) Jeans inklusive oversize Pullover in meinem Zimmer sitzen, vor mich hinschmollen und Kajagoogoo hören. Nur dass ich meine, dass früher die Pubertät gut zwei Jahre später anfing. Oder waren wir in Namibia nur etwas hinterher?

So und hier ist MEIN pubertärer Song der frühen Achtziger:

Derzeitige Lektüre

Zur Zeit schlage ich die Zeit tot mit lese ich eine „Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch“ von Marina Lewycka. Amüsant, nicht zu schwer, aber das ist sicher davon abhängig, aus welchem Blickwinkel man die Geschichte sieht.

back on track (2)

Bei dem letzten Versuch wurde ich abrupt durch kranke Kinder unterbrochen. Es folgten eine Stippvisite des Herrn Noro, zum Glück bin ich verschont geblieben.

Nun aber: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich einen kurzen Bericht der OP schulde. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank aber auch für die vielen lieben Worte. Es hat gut getan! Wer OP Berichte nicht mag, bitte jetzt ein anderes interessantes Blog Ihrer Wahl anklicken!

Also, wie so vieles im Leben, verbinde ich auch diese OP und den Krankenhausaufenthalt mit Musik. Am Morgen bevor ich in den OP geschoben wurde versuchte ich meine Flatternerven mit „Ghost in this house“ (hier von Alison Kraus, aber um Meilen besser im Original von Nils Landgren) zu beruhigen. Meine Bettnachbarin war direkt vor mit dran (auch Hysterektomie) und sie wurde von der „LmaA“ Beruhigungstablette komplett ausgeschaltet und konnte sich an nichts erinnern, nicht wie sie aus dem Zimmer geschoben wurde und schon gar nicht an die Prozedur in der Schleuse. („Schleuse“. „Der Patient wird geschleust“. Finde ich so gruselig.) Ich für meinen Teil durfte das im knallwachen Zustand genießen. Zwar leichte „scheißegal-Haltung“, aber dennoch wach aus dem Zimmer geschoben worden, in die Schleuse, selbst auf den gynäkologischen OP-Stuhl geklettert, dabei überhört wie der eine Pfleger zu dem anderen (offensichtlich neuen) sagte: „hier mußt du aufpassen, mir ist gestern jemand fast abgestürzt, hätte ich nicht hier gestanden“. Gedacht, wie beruhigend, dass ich mich noch um mich selbst kümmern kann und mich nicht im Tiefschlaf in die Obhut eines ungelernten Pflegers geben muß! Schön artig Faust gemacht für den Venenzugang und sogar noch erinnert, dass der rechte Arm die bessere Vene bietet. Dann in den OP, mich aufgesetzt so gut es eben ging auf DEM Stuhl und dann doch etwas beduselt. Aber immerhin versucht, aufzusetzen. Wann ist man schon mal live und in Farbe im OP? Als die Narkose gespritzt wurde noch hektisch die Augen aufgerissen, damit sie nicht anfangen, bevor ich richtig weg bin. Das muß sehr komisch ausgesehen haben, jedenfalls instruierte mich die Anästhesistin „schließen Sie doch einfach die Augen, Sie müssten jetzt auch sehr müde werden“. Beim Aufwachen nach der OP unter einer großen Uhr gelegen, die stundenminutenlang mit zusammen gekniffenen Augen fixiert, um Herr der Lage zu werden und die Sache wieder selbst in die Hand zu nehmen. Festgestellt, dass ich insgesamt 2,5 Stunden weg war. Immer wieder weggedrömelt und im Drei Sekunden Takt  in regelmäßigen Abständen genervt, dass ich aufs Klo muss. Die Schwestern im Aufwachraum müssen Nerven wie Stahlseile haben, sie meinten immer wieder „lassen Sie’s laufen, sie haben einen Katheter“! Ich hasse allein die Vorstellung eines Katheters und war in der irren Annahme, wenn ich nur laut und anhaltend genug jammere, wird der pronto entfernt. Weit gefehlt. Bis zum nächsten Nachmittag hatte ich das Vergnügen kathetirisiert zu sein. Als ich wieder im Zimmer lag, mit letzter Kraft meinen Eltern eine „ich habe überlebt“ SMS nach Namibia geschickt. Als meine Mutter sich dafür bedankte, verwirrt unter „Gesendet“ nachgeguckt – es muss tatsächlich ICH gewesen sein, ich hebe sie mir als Beweis auf, zu was man imstande ist, unmittelbar nach einer Narkose. Ich kann mich nicht an das Verfassen einer SMS erinnern. So ging der Rest des OP Tags zur neige. Abends leichtes Kötzeln, gefolgt von einem Fencheltee und Zwieback. Rückblickend wenig spektakulär, wenig Schmerzen, frühes Wecken (Warum nur, warum muss ein frisch operierter Patient morgens um 4h45 geweckt werden, zum „Waschen“ mit einem Feucht-Einmal-Waschlappen aus der Packung?), viel Lesen, viele Tulpen, viel Moby und Coldplay und dann endlich am Montag, 5 Tage nach OP, nach Hause!

Zu Hause eine Woche Entspannung, der DüneSiebenMann hatte Urlaub und Haushalt, Kinder, Hausaufgaben, Kindertaxifahrten und Kater fest im Griff. Einige Male lag ich oben im Bett, frühmorgens, und fragte mich, warum es unten so harmonisch und wenig hektisch klingt und warum ICH oft schon morgens um 6h15 Schweißflecken bis zur Taille habe?

Die zweite Woche brachte – Sie wissen schon Noro und so weiter. Die dritte Woche bescherte mit am Montag mit krankem Mann und genesender Großen, Dienstag und Mittwoch dann nur noch mit genesendem Mann.

So, und jetzt sehe ich mich als soweit erholt an, dass ich wieder ganz langsam einsteigen kann. Es folgen Elternabende (von mir, der ewigen Elternvertreterin, organisiert), Besuche bei der örtlichen und dörflichen Plattdeutschen Theoter Aufführung, Orthopädenbesuch mit der Tochter und andere Alltagsdinge im Leben der DüneSieben.

Es war schön, viel auf der Couch zu liegen, fernzusehen bis die Augen schmerzen und zu lesen, lesen, lesen, aber noch schöner ist es, wieder back on track zu sein!

Verschnaufpause

Ich brauch eine Pause. Eine Blogpause. Ich möchte ungern unangekündigt abtauchen, finde aber auch keine richtige Erklärung. Außer dass die verschiedenen Ansprüche meiner drei Kinder an mich, meine Ansprüche an mich selbst und meine Zukunftsplanung und nicht zuletzt der DüneSiebenMann mir zwar viele Themen zum bloggen geben, aber dies muss zu einem späteren Zeitpunkt geschehen.

Damit nehme ich den roten Faden der Gedanken über das Bloggen und Kommentieren auf und kündige hiermit eine Blogpause an. Und jetzt fallen mir bestimmt hundert Dinge ein, die SOFORT gebloggt werden müssen und habe ich plötzlich ganz viel Zeit zum bloggen!

In the meantime einen Schnappschuss aus der namibischen Wüste, etwas Balsam für meine und vielleicht auch Eure Seele(n)…

http://www.flickr.com/photos/21319707@N02/2194597549/

Die Große jetzt

übrigens auch

edit: und der Mann ist mit Fieber und Kodderigkeit um 12h30 hier eingekehrt. Ich reiche Magen-Darm-Tee, Zwieback, Schüsseln und Vomex Zäpchen. Dazwischen pfeif ich mir eine GA Folge nach der anderen auf DVD rein. Mir geht es gut, Kaffee und Kuchen schmecken noch!!.

Ganz bei Ihnen,

bin ich, liebe Frau Antonmann! Dieses verpflichtende bloggen, bzw. kommentieren liegt mir sehr fern. Gerade deswegen verzichte ich auf einen Feedreader. Ich möchte durch die Blogs strolchen und mich überraschen lassen. Ich möchte kommentieren, weil mir danach ist und nicht weil ich mir erhoffe, damit meine Blogstatistik in die Höhe zu treiben. Es herrscht schon im sonstigen Leben genug Konkurenzkampf, als dass man sich beim Thema Bloggen auch noch unter Druck setzen sollte.

(Das hatte ich als ein Kommentar für Frau Antonmann angefangen, aber es ist mir doch wichtig genug, als dass ich es als Statement hier stehen lasse. Auch wenn es ein Beitrag ist, der meine Blog Statistik nicht in die Höhe wird schnellen lassen. Aber die ist eh im Keller zur Zeit. Und hey – was sind schon Statistiken?)

oh, what a circus, oh what a show!!

Ah Herr Noro, schon so viel von Ihnen gehört. Wollte mir das Kennenlernen eigentlich für einen Moment aufbewahren, wo ich ein klitzekleines bißchen besser auf den Beinen bin. Aber man kann sich die Dinge nicht aussuchen, schon gar nicht als Mutter. So bleibt mir nichts anderes, als meinem brechendenkotzenden Sohn den Rücken zu streicheln, während er sich entleert. Und aufpassen, daß er nicht im Klo ertrinkt, dünn dünner am dünnsten wie er jetzt ist.

Wenn ich eine Bitte äußern dürfte: Wenn Sie so nett wären und gehen würden, ohne den Schwestern und den Eltern Ihren fiesen Atem ins Gesicht zu hauchen?? Ich weiß nicht, ob meine Bauchmuskulatur Noro-Krämpfe schon aushalten kann. Danke!

back on track?

Gerade eben als ich dabei war, einen Beitrag rückblickend über die OP und die Tage danach zu verfassen (und dabei schon ein fieberndes Töcherlein im Kinderzimmer liegen habe), klingelte das Telefon mit der Hiobsbotschaft der Klassenlehrerin des Zwillingsbruders, dass der auch krank ist und abgeholt werden möchte! Krankes Zwillingsduo – sie fiebert, er kübelt.

So schnell ist man also back on track!

(Gerade heute, wo ich nochmal extrem schoning machen wollte und der DüneSiebenMann frühstens um 18h00 auf der Matte stehen kann. Zum Glück kommt die patente Große „schon“ um 14h20 nach Hause. Und zum Glück habe ich noch einen halbgefüllten Topf Hühnereintopf von Samstag.) Wenn’s kommt, dann dicke oder wie war das nochmal?

Edit 12h50: Brechdurchfall beim Sohn. 39,2° bei der Tochter. Schnell in die Runde gefragt: was HILFT wirklich bei Brechdurchfall? (Er ist doch schon so dünn, mein kleiner Großer!)

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