In diesen Zeiten des Kosums, in diesen Zeiten des Kaufens und doch immer mehr haben wollen, in diesen Zeiten, wo wir uns beschweren, dass die Kinder nicht funktionieren, wir uns den erträumten Urlaub nicht leisten können, oder auch nur - ganz aktuell - das Wetter nicht nach unserer Nase tanzt und wir die Eier morgen nicht in der lauen Frühlingssonne suchen können, denke ich oft count your blessings. Es ist einer der vielen Sprüche, die meine Mutter immer so vor sich hinmurmelt und die in meinem Leben immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Warum noch eine weitere neue CD kaufen? Höre doch mal wieder die alte Pink Floyd, die alte Sting, die schöne Loreena McKennitt, die du schon Jahre nicht mehr gehört hast und immer wieder unter die Haut geht. Count your blessings.
Warum sich über das Wetter grämen? Schnapp dir die Kinder und schau dir ‘ne DVD an, die du schon ewig mit den Kinder zusammen sehen wolltest. Count your blessings.
Warum sich verzehren nach teuren Restaurants? Koch mit dem Liebsten zusammen so richtig richtig lecker und ganz nach eurem eigenen Geschmack, öffnet den besten Rotwein, den ihr habt und genießt einfach die Zweisamkeit. Count your blessings.
Es gibt so vieles, wofür man - ich - dankbar sein kann, man muss es nur sehen. Sehen wollen.
(Dies ist ein Betrag geschrieben unter dem leicht religiösen Einfluss der Ostertage, aber vor allem rückblickhaltend: “vor zwei Jahren”, als die Tochter gerade rechtzeitig zu Ostern wieder zu Hause war. Nach zwei Schädeloperationen, eine davon eine Not OP mitten in der Nacht. I am counting my blessings!)
Spuren im Sand