Archiv für Juli 2008

Spart Wäsche

Ich habe eben gerade Wäsche aufgehängt. Dabei ist mir aufgefallen, dass von Sohnemann nur eine Unterbüx dabei war. Von vier oder fünf Tagen Wäsche. Entweder die liegen alle unter dem Bett, Teppich, schmutzig im Schrank oder in der Legokiste, oder aber er hat tatsächlich in seinen beiden Badehosen gegessen, geschlafen, gelebt… Es war auch nur ein T-Shirt dabei. Aber das war mir gestern Abend schon aufgefallen, dass ich ihn mal dran erinnern muss, ein frisches anzuziehen.

Noch da

I am still around. Liege in der Sonne am Strand, am See, in Freibädern. Koche Unmengen von Nudeln. Kaufe Nutella ein, denn wenn Nutella in den Ferien ausgeht, kriegen die Kindelein Anfälle. Ich baue Zelte auf und wieder ab, so wie die Gewitter kommen und gehen. Abends sitze ich im Dunklen auf der Terrasse und habe neulich sogar eine Eule gesehen, die auf dem Zaun saß und mich beäugt hat. Ich lebe so vor mich hin und genieße die Zeit.

Und hier mach ich auch mit. Ich finde die Idee, die Frau und den Mut toll und wünsche viel Erfolg!

Frau DüneSieben survived…

… Extrem-Kayaking.

Ein Anruf des unternehmungslustigen Mannes am See reißt mich aus meiner Lethargie. Du, wollen wir heute Abend mal gemütlich über die Förde paddeln? Klingt gut. Eben rasch die Kinder der Freundin aufs Auge drücken organisieren, aufs Fahrrad schwingen und nach Hause radeln, wo der Mann schon eilige Vorbereitungen trifft.

Eine knappe Stunde später befinden wir uns samt Kajak, Schwimmweste und Spritzschutzdecke am Wasser. Schon nach den ersten Schlägen wird klar, dass gemütlich etwas anderes ist. Der Mann hinter macht o-o-o du musst dein Gewicht verlagern und dich nicht in den Hüften wiegen, sonst kippen wir um. Ich mach o-o-o, weil ich aus dem Augenwinkel die riesige Stenaline sehe, die gerade ausfährt und ich mir nicht ausmalen möchte, in ihre Bugwelle zu geraten. Der Steuermann ändert den Kurs und wir fahren am Ufer, parallel zur Stenaline, wo es arg windig, kappelig und wellig ist. Mir spritzt immer mehr Wasser ins Gesicht, ich fange an nach Luft zu schnappen. Von hinten kommt jetzt nur nicht panisch werden. Die Spitze vom Kajak geht rauf und runter. Mein Magen auch. Nach ein paar kräftigen Rülpsern, ist es aber gut und ich merke, dass ich paddeln muss, beschäftigt sein muss, damit mir die Gedanken nicht davon galloppieren. Unter uns die tiefe Förde und wir in einer Nussschale darauf. Hatte ich den Kindern eigentlich noch einmal gesagt, wie sehr ich sie liebe? Egal, ich stimme in das Kommando rechts-links-rechts-links ein und wir überqueren doch noch die Förde. Haben irgendwann, gefühlte Stunden später, ein Bier in der Hand. Beziehungsweise ich eine Cola, um den Magen zu beruhigen. Sitzen im warmen Sand und träumen in die Sonne. Es könnte so schön sein, wenn um uns herum nicht Klein Prolldorf die Lager aufgeschlagen hätte. Ungeahnte Abgründe tun sich auf. Auch egal.

Eine Stunde später sitzen wir auf dem Rückweg im Kajak und es geht mit Rückenwind tatsächlich leichter, wie angekündigt. Wir entspannen beide deutlich, ich werde gelobt, wie gut ich mich in den Rhythmus eingefunden habe und wir gleiten, nein wir sausen über die Förde, dem rettenden Bootsteg entgegen! Lange war ich nicht mehr so froh, festen Boden unter den Füßen zu haben.

Und heute Morgen habe ich Wattearme!

Ferien (3)

Heute ist es warm, morgen wird es warm, bis Dienstag inklusive bleibt es warm. Momentan stellt sich nur die Frage: See oder Strand? 2/3 der Kinder tendiert zum See, weil der einfach wärmer ist als das Meer und sie dort drin toben und schwimmen und auf Luftmatratzen treiben, bis sie mit lila Lippen von mir an Land gepfiffen werden. Ich tendiere in Richtung Strand, bin ein Kind des ehrlichen Meeres. Seen mit ihren undurchsichtigen Gewässern waren mir immer suspekt und so wird es wohl auch immer bleiben.

Es ist nach wie vor sehr mädchenlastig bei uns. Die Töchter haben eigentlich permanent eine Freundin im Schlepptau, Sohnemann guckt durch die Röhre. Er ist nicht mit vielen Freunden gesegnet die Jungs in seiner Klasse sind alle etwas merkwürdig und die beiden in Frage kommenden sind schon im Urlaub. Aber da er und die Zwillingsschwester eh soulmates sind, klappt es meist ganz gut. (Tut mir nur leid für ihn.)

Der Kater Jacky-Jack-Sparrow hat uns den Schreck schlechthin eingejagt, gestern bis eben gerade: Wo er sonst immer hinter dem Haus im Holz schläft und sofort um unsere Beine streicht, wenn wir nach Hause kommen (so wie gestern nach dem See), war gestern Spätnachmittag, abends, die ganze Nacht und heute Morgen keine Spur von ihm. Ich habe gerufen, gelockt, geklappert mit der Futterschüssel, bin die Straße auf und ab (wo er eh nie zu sehen ist, aber man weiß ja nie!) und hatte schon das Schlimmste befürchtet. Schließlich sind Sohnemann und ich um 7h30 los, mit einem alten Handtuch, falls wir einen verletzten und hoffentlich nicht todesstarren Kater nach Hause transportieren müssen. Direkt hinter unserem Haus fangen die Bundus an. Eine Ackerlänge weiter ist eine Grube, an der wir stehen blieben und die alten, traurig-trockenen Tannenbäume betrachteten. Immer wieder riefen wir „Jacky-Jack!“, bis wir ein klägliches Mauzen hörten, das ich (auch um die Euphorie des Sohnes etwas zu dämpfen) erst als Vogelgeräusch, dann als „das ist nicht Jacky, sondern eine andere Katze“ deutete. Aber tatsächlich, er war es! Kam langsam und müde und leicht vorwurfsvoll „warum kommt ihr erst jetzt? wir waren doch schon früher verabredet?“ die Grube hoch. Unversehrt, nur leicht staubig und mit Spinnenweben im Gesicht. Er ließ sich gleich in sein Handtuch hüllen – ein Ritual, das wir eh pflegen, wenn er morgens reinkommt und es geregnet hat. Hat ein ganzes Schälchen Wasser-mit-Kondensmilch weggeschlabbert, dass es zu allen Seiten spritzte, hat die Große mit geweckt, die gleich ihre Arme erleichtert um ihn geschlungen hat. Hat sich geputzt und liegt nun zusammengerollt auf dem Bett vom Sohnemann, seinem Retter! Katerviech, mach das nie wieder!

Ihnen einen schönen Sommer-Ferientag dort draußen in Nord und Süd!

Ferien (2)

Ferien hieß heute: Nach drei Tagen Dauerregen endlich mal annähernd so etwas wie Sonne! Nach dem Schmieren von diversen Broten, beziehungsweise dem Belegen von Baguette mit Tomate, Mozarella und Basilikum und anschließendem Aufbacken im Ofen, dem Einpacken von diversen Picknickdecken und Luftmatratzen, ging es per Fahrrad mit fünf Kindern (den drei eigenen plus zwei Tochterfreundinnen) an den nahe gelegenen See. Da verließ uns zwar die Sonne, aber das Wasser war trotzdem warm (naja, was Kinder so „warm“ nennen) genug für Dauerbaden unterbrochen von Mampfen! Auch ein Besuch am See regt uns so an wie ein Strandgang.

Heute Abend dann die beiden Tochterfreundinnen zur Übernachtung hier. Eben hatten wir fünf frisch geduschte Kinder und zwei Erwachsene, 2 große Packungen Gnocci und eine XXL Familienportion Tomatensoße am Tisch. Das Essen ging weg wie nix und es war nicht lauter und wilder wie sonst auch bei uns bei den Mahlzeiten. Jetzt schauen sie alle zusammen mit geröteten, frischen Wangen High School Musical 2 und ich denke, sie werden glücklich einschlafen. Ein schönes Gefühl. Und ich fühle mich ein wenig, ein klein wenig, wie Frau…äh…Mutti.

(Und Sohnemann hält tapfer durch, immer dieser Mädchenüberschuss überall!)

Ferien!

GebenSiediePineinundbestätigenSiebidde!

Und das alles bitteschön binnen Millisekunden!

Ich hasse diese „Raff Deine verdammten Einkäufe und sieh zu, dass Du hier weg kommst“-Mentalität alà Al.di und Co. Gerade heute wieder erlebt. Erst steh ich 5 Minuten in einer Reihe, die schon lang ist, als ich dazu stoße und sich schnell durch den Laden zurück zur gesalzenen Butter windet. Auf mein an die Kassiererin da weit weit vorne gebrülltes Können Sie bitte noch eine Kasse aufmachen? geschieht selbiges, durch eine schlurfende Wasserstoffblonde, die ganz offensichtlich in der Pause (ich geh ma zur Pause!) gestört wurde.

Ich schaffe es als zweite an diese neu geöffnete Kasse. Schmeiße meine Einkäufe aufs Laufband, der Bon für das Leergut (Leergut-Annahme bei Ald.i, auch so ein Thema!) verschwindet dabei in der Ritze zwischen Laufband und Kasse und hechte auf die Kassenseite, verschnaufe kurz, während die Kassiererin meinen Leergut-Bon wieder rausfriemelt. Die Zeit muss wieder reingearbeitet werden, sagt die gute Frau sich wohl und drückt auf die Tube, beziehungsweise zieht die Sachen im Affenzahn durch den Scanner und knallt sie mir auf den ohnehin kleinen Platz zwischen Kasse und Einkaufswagen. Dabei gerät meine Hand kurz zwischen einen Beutel Äpfel und der Absperrung und ich jaule auf, weil ich mir eben die Hand vor zwei Tagen in der Autotür geklemmt habe. Mir entfährt ein Können Sie nicht aufpassen, das ist ja unmöglich! Die Kassiererin murmelt eine scheue Entschuldigung, aber mir reicht es nun. Ich schaufele meine Einkäufe demonstrativ schnell in den Wagen, knalle meine EC Karte in das Gerät und es ertönt das altbekannte Geben Sie die Pin ein und bestätigen Sie bidde! Dabei wird die Kundin nicht angeguckt, nein. Die schlecht lackierten Nägel werden betrachtet, oder mit der Nachbarkassiererin wird ein blöder Witz gewechselt. Früher, ja früher wurde man noch mit Namen angesprochen. Die Namen stehen doch auf der EC Karte und ich finde es so nett, wenn mal jemand zu mir sagt Vielen Dank Frau DüneSieben, anstatt nur ein stumpfes SchönenTach noch zu murmeln, ohne Blickkontakt, versteht sich.

Einkaufen macht echt keinen Spaß mehr, zumindest nicht im Discounter.

Thema bei Elfjährigen und runde Zahl

Ich war heute im Dienste der Kinder unterwegs. Ein Klassenausflug der Großen zu einer nahe gelegenen historischen Mühle, passend zum Buch Krabat, welches sie in diesem Schuljahr bearbeitet haben. Ich kenne bei solchen Gelegenheiten ja meine Grenzen. Heute hieß es also möglichst schweigend 6 elfjährige Mädels zu fahren. Für die passende musikalische Untermalung hatte die Große gesorgt, mit Avril Lavigne. Auf der Hinfahrt fiel dann das Stichwort „Zahnspange“. Und alle, wirklich alle, hatten etwas dazu zu sagen. Hallo?! Mir wurden gestern zwei Backenzähne gezogen! Der eine – hallo?! – saß so fest, dass der Zahnarzt den erst zertrümmern musste! So berichtete meine Große, bei der demnächst eine Zahnspange ansteht. Ihre Freundin hat schon ein Jahr länger eine Zahnspange, dazu noch 4,6mm Überbiss. Hallo?! Aber mein Überbiss ist jetzt auf 2,1mm zurückgegangen. Geil, nä? Sogar Avril wurde leiser gedreht und ich musste mir innerlich bewusst machen, dass ich Elfjährige fahre und nicht 91-Jährige…

Die geführte Tour durch die Mühle von einem leicht verkalkten autoritären Rentner war gewöhnungsbedürftig. Er wollte irgendwie nicht in das Bild passen, mit seinem und wenn ihr alle ganz lieb und artig seid, dürft ihr nachher alle ganz nach oben in die Mühle. Hat diese Altersgruppe nicht geschockt. Ich war – mal wieder – voller Bewunderung für die Lehrerin, die kleinere Störungen „übersehen und überhört“ hat und nur bei groberen Unhöflichkeiten eingeschritten ist. Könnte ich nicht, aber als Mutter ist man ja eh immer zu nah dran. Ich habe versucht, mich von der Tochter fernzuhalten und mich mit den anderen Eltern ausgetauscht über die Brut. Ist ja immer ganz interessant, was da so zu Tage kommt.

Die Rückfahrt verlief äußerst schweigend. Avril wurde konsequent abgewürgt. Stattdessen neutral Radio an. Die Fahrt war zu kurz, um wirklich zu schlafen, jedenfalls schien die Stimmung gedrückt. Es lag ein Hauch von Zickerei in der Luft, es hatten sich 2er und 3er Grüppchen gebildet und die Große blieb wohl übrig. Ob es daran lag, dass ich dabei war und sie per Augenkontakt doch dann und wann etwas zurückgehalten habe? Oder dass es einfach nicht ihr Tag war? Keine Ahnung. Ich habe nicht weiter gebohrt. Jedenfalls kam eben ein kurzes Danke Mama, dass Du mitgekommen bist. Die anderen fanden Dich eigentlich ganz cool, bevor sie zum Kunstturntraining losgedüst ist. Ich nehm’ das mal als Kompliment.

Und noch was – heute Vormittag hatte es irgendwann den 50 000. Besucher hier. Ich danke für die Aufmerksamkeit!

Erwischt…

… hat mich ein Stöckerl aus Austria. Oh, must I Miss Sophie Stilke? (Stöckchen sind nach wie vor nicht so mein Ding!)

Also, hier die Viererfragen, die Antworten weichen von der Norm ab, ich weiß.

4 Jobs, die Du in deinem Leben hattest

(Jobs so wie Jobs und nicht Berufe? hmmm…)

- Au-pair

- Kindergartenhilfe

– Kellnerin

- Elternbeiratdingens (Allerdings ohne Bezahlung, also zählt das sicher nicht.)

4 Filme, die Du immer wieder anschauen kannst

- Chocolat

- Out of Africa

- Hier muss ich schon passen, ich erinnere mich einfach nicht lange an Filme!

-

4 Orte, an denen Du gern gewohnt hast

- Walvis Bay (Jawollja, moi und FF – auch wenn’s angeblich da nach Fisch stinkt!)

- Windhoek

- Kapstadt (Wer würde da nicht gerne wohnen?)

- Hamburg

4 TV-Serien, die Du gerne anschaust

(Ich bin nicht so der Serienfreak, die Werbung macht mich kribbelig und zwingt mich umzu- und irgendwann auszuschalten!)

- ER (Damals, die alte Version)

- Greys Anatomy

- Desperate Housewifes

- Auswanderersendungen (Ist das eine TV-Serie?)

4 Plätze, an denen Du im Urlaub warst

- Transkei

- Lesotho

- Griechenland

- Südengland

4 Webseiten, die Du täglich besuchst

- wetteronline

- Namibia Tageszeitungen

- Ein Forum meiner ehemaligen Schulklasse, gegründet für das letztjährige Klassentreffen. Jetzt tauscht ein kleiner Kreis aus aller Herren Länder sich da fast täglich aus.

- Mein und diverse andere Blogs

4 Deiner Lieblingsessen

(Och, nur VIER darf ich nennen? Kann ich auch TV-Serien gegen Lieblingsessen eintauschen?)

- Pasta (Sehr gern Penne-Carbonara, oder irgendwas Scharfes) mit einem schönen Glas Wein

- Sushi

- Ein einfaches, frisch gebackenes Ciabata oder Brot, mit gesalzener Butter. Oder gestippt in Olivenöl und groben Meersalz

- Gegrilltes bei warmen Wetter, am besten unter dem Sternenhimmel

4 Plätze an denen Du gerne im Augenblick sein möchtest

- In der Sonne auf dem Holzdeck (Stattdessen gleich auf dem Weg zum Zahnarzt mit der Großen!)

- Hinter einem guten Buch

- Am Langstrand

- Auf der Düne Sieben :)

4 Blogger, an die Du das Stöckchen weitergibst

So, hier weiche ich endgültig ab. Da ich nicht gern mit Stöckern beworfen werde, fühle ich mich auch sehr unwohl damit, es zu anderen „anzutun“. Nehme sich wer mag. (Wobei Frau Antonmann – sie hat doch Urlaub und Zeit und Lust?)

Salz in die Wunde

Da lebt man so jahrelang ganz gut vor sich her. Mutiert zur SAHM (stay at home mom),  vermisst nichts, zumindest nicht wirklich und fühlt sich einfach wohl in der naturgegebenen Rolle. Verzeichnet kleine erzieherische Erfolge, die eindeutig auf das Konto „viel, sehr viel Zeit mit den Kindern verbringen“ zu verbuchen sind und trotzdem, in regelmäßigen Abständen gibt es diese Nackenschläge.

Worte, Kommentare, die mich in mein Innerstes treffen und meine sonstige Schlagfertigkeit einfach komplett ausschalten. Worte und Kommentare von berufstätigen Müttern, die überheblich über eine SAHM urteilen. Nach dem Motto: Hausfrau = Dooffrau.

Muss ich mich immer wieder rechtfertigen und meine Lebenslauf ausbreiten? Bezeugen, dass ich ein Studium angefangen habe, aber dass mein persönliches Leben so verschwurbelt war, dass ich es schlicht und einfach nicht auf die Reihe bekommen habe? Dass mir mein Vater in seiner Verzweiflung einen Sekretärin-Kurs aufgezwungen hat und dass eben jener damals verhasste Kurs mir einige interessante berufliche Perspektiven eröffnet hat? Dass ich mit drei Kindern unter drei Jahren selbständig von zu Hause aus gearbeitet habe, oft nachts, und diese Tätigkeit (die übrigens meiner Kreativität entsprungen war und nichts mit meinem Erlernten zu hatte) erst an den Nagel gehängt habe, als die Behinderung meiner Tochter auftrat und ich meinen Kunden nicht zumuten konnte, auf mich zu warten, bis ich von noch einem Krankenhausaufenthalt ins Büro zurückkam? Dass ich mich dem Leben unterordnet habe, dass da schlicht und ergreifend hieß: Drei Kinder, eines phasenweise ernsthaft erkrankt (und dieses noch nicht mal „planbar“). Kindergarten (von 9-12 Uhr und nicht ganztags!) frühestens ab ein Alter von drei Jahren. Und auch nur mit Glück, die Zwillinge z.B. kamen erst mit 3,5 in den Kindergarten, weil vorher kein Platz frei war.  Weil wir nicht in einer Großstadt lebten, mit den Vorzügen, die Berufstätigen entgegen kommen. Aber vor allem: Weil ich es so wollte!

Ich wollte es so, aus Überzeugung und nicht, weil ich zu faul war, mich der Berufswelt zu stellen. Ich wollte da sein für die Kinder. Ich wollte diejenige sein, die sofort mit der Tochter mit Hirndruckanzeichen ins Krankenhaus fährt und sich nicht erst von Job loseisen muss. Ich wollte diejenige sein, die den Kindern mittags ein Essen kocht, mit ihnen zur Krankengymnastik geht und die kleinen tausend Dinge tut, die man als Mutter eben tut.

Und darum habe ich es nicht nötig, dass eine Freundin Bekannte Mutter-von-Tochterfreundin bei mir in der Küche steht und erzählt, dass dieses Hausfrauending, dieses Putzen und Waschen wie sie es ja leider (!) als Übergang zwischen 2 Jobs derzeit hat, nichts ist für sie, als studierte Frau. Dass es sie nach 14 Tagen schon verrückt gemacht hat und dass sie so froh ist, wenn sie wieder ihr Gehirn einschalten kann.

Wenn die gleiche Frau dann erstaunt ist, woher denn die Narben seien, die das Tochterkind auf dem Kopf hat und warum ich mich so ärgere, dass sie gerade da Sonnenbrand hat und ich mich genau erinnere, dass ich ihr vor nicht mehr als 2 Jahren die ganze Thematik eines Hydrocephalus erklärt habe (und die dazu noch Arztfrau ist!) dann fehlen mir schlichtweg die Worte. Sollte ich dann etwa auf eben diese Narben zeigen und sagen Ja, vielleicht ist das genau der Grund, warum ich mir gar nicht mehr die Mühe mache, „mein Gehirn einzuschalten“?

Und heute ärger ich mich über mich selbst, dass ich erst jetzt meine Wut in Worte fassen kann und ihr nicht schon gestern um die Ohren schleudern konnte.

Ich möchte gleichzeitig meine tiefe Bewunderung ausdrücken, für Mütter, die beides unter einen Hut bekommen: den Beruf und die Kinder. Ehrlich! Aber es ist hier eine Sache von Stärkeren gegen Schwächere. So wie damals, als wir unsere Kinder in die normale dörfliche Grundschule gegeben haben und (übrigens ungefragt!) von den Waldorfeltern um uns herum gehört haben Das ist die falsche Entscheidung!. Oder Von der Schule hört man nicht viel Gutes. Oder auch Da werdet Ihr Euch sehr kümmern müssen. Muss man sich nicht immer um seine Kinder kümmern? Und muss ich jetzt zum Schluss noch daraufhinweisen, dass die Teenagerkinder dieser Waldorffamilien in deren Augen mißraten sind? Sie rauchen, wechseln die Schule wie andere die Unterhosen und tun alles, um sich eindeutig von ihren Eltern mit dem Heiligenschein zu distanzieren.

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