Archiv für Mai 2009

Nicht so sehr der Inhalt

Dieser Beitrag an sich ist es nicht, der so besonders ist. Es sind eher die Randbedingungen, die ihn besonders machen. Ich sitze an einem der schönsten Plätze überhaupt – in DK. Ziemlich weit nördllich. Ziemlich nah am Meer, ungefähr 50m weiter. Ziemlich warm. Ziemlich seelenstreichelnd.

Einer der Momente, die sich nicht in Worte kleiden lassen. So schön, so intensiv, man möchte ihn einfangen in einen kleinen Anhänger und sich an einer Kette um den Hals hängen, um dran zu schnuppern an weniger schönen Tagen.

Ich wünschte, Sie könnten sich zu mir setzen, zu einem Glas gekühltem Weisswein. Wir würden vielleicht ein wenig reden, vielleicht würden wir aber auch nur auf das Meer schauen, dem sanften Plätschern der Wellen lauschen und in die Abendsonne blinzeln und feststellen, dass es für jetzt genau richtig ist: Dieser perfekte Moment.

Vorahnung

Die Große hat so eine Art, ihre Sweatshirtjacke mittags vor dem Essen über den Stuhl zu hängen, dass ich weiß, sie wird noch in drei Tagen genau da hängen. Die von gestern (es ist ein Cardigan) hängt jetzt immer noch, mit so einem Ausdruck der Bestimmtheit, dass es mich fast schon verdutzt.

(Heute war es warm, dass sie gar keine Jacke an hatte. Sonst hingen an ihrem Platz jetzt zwei. Oder auf dem Nebenstuhl noch die von heute.)

Jeden Sommer wieder…

Ich träume davon, eine weiße Jeans zu besitzen. Mit einer sommerlichen Bluse und dazu leicht gebräunte Haut – ach ja, das wäre schon was. Gerade heute bin ich an einer weißen Jeans vorbei gegangen und wurde an diesen Wunsch erinnert.

Aber ich bin ein richtiger Schmierfink. Ich sehe die weiße Jeans schon mit Tomatensoßenflecken (können SIE Spagetti mit Tomatensoßen so essen, dass nicht  Kinn, Umfeld oder Hose „mitessen“? Ich nicht.), Kaffee- oder Rotweinspritzern verunziert. Im besten Falle kleben nur jede Menge Katzenhaare dran. Und beim Kochen habe ich die schlechte Angewohnheit, die Hände anner Büx abzuwischen.

Nee, nee, ich und weiße Jeans, das wird nix. Im nächsten Leben Sommer vielleicht…

out of balance

An manchen Tagen strotze ich vor Kraft. So wie gestern zum Beispiel. Gut 4 m³ Rindendenmulch habe ich allein verteilt. Vorher Unkraut gejätet und durchgegrubert. Und das Haus blitzeblank geputzt, sodass ich mich fast darin spiegeln konnte.

Heute habe ich null Energie. Und das liegt nicht daran, dass ich mich gestern verausgabt habe. Es ist so typisch für mich, dieses „Ganz oder Gar Nicht“.

Unbalanciert eben.

(Morgen, oder wenn die Kraft wieder da ist, zeige ich meine schicken Büromöbel.)

ab ins lange WE

Fünf Leute und drei verschiedene Abfahrtszeiten: Herr DüneSieben macht sich mit Freunden morgen früh-früh im Morgengrauen als erstes in Richtung DK auf den Weg. Die Kindelein fahren mittags zum Landesjugentreffen an und ich bin hoffentlich am frühen Nachmittag, bestückt mit Sommervorzelt, Weinvorräten und allem was man noch so für die nächste DK Wohnwagensaison braucht, auf der Autobahn. 4,5 Stunden Fahrt alleine. Ich freu mich drauf. Im Auto kann ich meine Gedanken besonders gut sortieren. Und sie wird mir Gesellschaft leisten.

Meine Gedanken werden auch, nur einen Hauch neidisch, sehr bei der Gartyparty sein! Ich wünsche allen Beteiligten ganz viel Spaß, hauen Sie sich nicht, machen Sie Frau…äh…Mutti nicht zu viel Dreck und zeigen Sie anschließend viele, viele Bilder.

Schwierig

Wissen Sie eigentlich, wie schwierig es ist, für meine beiden fast 1,60m Mädchen Nachthemden zu kaufen? Hager&Mager wartet nur mit Shortys auf und die beiden wollen Nachthemden. Sie würden sogar Snoopy drauf in Kauf nehmen. Auch die Damenabteilung erweist sich als nicht erfolgreich: Aufdrucke wie „hot ‘n se.xy“ müssen nicht unbedingt sein, oder? Außerdem rutschen ihnen selbst die Nachthemden in XS von den Schultern. Sind halt doch noch Mädchen und nicht Damen, meine Beiden. Heute bin ich fündig geworden, wiederum in der Damenabteilung von C&A. Der Druck ist recht ommahaft seriös-damenhaft, aber sie passen! Drücken Sie mit mir die Daumen, dass nicht irgendwann bei einer gemeinsamen Übernachtung mit einer Freundin der Spruch kommt Meine Oma hat auch so ein Nachthemd!

Sagen Sie es mir

Ich führe einen Blog und weiß derzeit nicht, was ich schreiben soll. Ich könnte jetzt mal wieder mit Blogmüdigkeit kommen, aber dann würden (zu Recht) viele sagen Dann lass es doch bleiben und mach den Blog zu. Also frage ich Sie: Was wollen Sie hören?

Über die Katzen? Jacky und Lucky haben gestern Abend mit vereinten Kräften eine Taube gefangen, die schwirrte schon das ganze Wochenende mit einem lahmen Flügel hier rum. Sie haben sich aber nicht getraut, sie komplett zu töten, also nahm ich den Spaten… ach, lassen wir das. Die Katze* hatte so Kennzeichnungsringe, die Telefonnummer ergibt keine Antwort und irgendwie trau ich mich auch nicht so richtig. Sie wissen schon, meine Katzen und der Spaten und so.

Namibia. Ich bin gerade dabei, einen Flug nach Namibia zu buchen. Die allerbeste Freundin, die Seelenschwester wird 40 und die Mutter 70. Beide Geschehenisse bitte mit meiner Anwesenheit. Mich plagen jetzt schon Gewissensbisse, die Kinder (und Herrn DüneSieben, aber der macht seine Hausaufgaben ja schon ohne mich) gut zwei Wochen allein zu lassen. Außerdem: einen Flug online buchen? Noch nie gemacht (also nicht so weite Flüge) und ich zöger hin und her.

DK. Jetzt am langen Himmelfahrtswochenende wieder. Nur Herr DüneSieben und ich. Die Kinder fahren zu einem Landesjugendtreffen des Schwimmvereins. Auch komisch, in zwei verschiedene Richtungen zu fahren. Ich vermisse die Rüben jetzt schon. DK ohne sie, das ist nur die halbe Miete.

Der Garten: Es ist noch viel braunes und wüstenmäßiges dazwischen. Obwohl wir „schon“ den dritten Sommer hier wohnen. Um uns rum nur Ländereien und Wildnis, stetig weht der Wind alle Unkrautsämereien zu uns rüber.

Die Kinder: Wachsen und gedeihen, sind mal zum an die Wand schmieren, dann wieder  (zum Glück doch öfter als das vorige) regen sie an zu Gedanken und Gesprächen. Und geben Stoff zur Dankbarkeit und zum Lachen. Und Sorgen, natürlich auch immer wieder. Macht man so halbwegs alles richtig?

Stricken. Nie hätte ich gedacht, dass ich ernsthaft unter die Strickerinnen gehen würde. Aber in den letzten zwei Jahren habe ich doch immer mal wieder das eine oder andere Paar Socken gestrickt, so dass mir meine Hände nun leer vorkommen, wenn ich nicht dann und wann zu einer Strickerei greifen kann. Außerdem füllt es lästige Wartezeiten in der Schwimmhalle, bei Handballspielen oder sonstwann, wenn man zwar anwesend sein muß, aber den bewundernden Blick nicht ununterbrochen auf die Kindelein heften muss. (Ich habe sogar zu Winterende mit Strick-Filz-Puschen angefangen, ein Thema, das ich zum nächsten Winter wieder aufgreifen werde. Aber daran – an den nächsten Winter – denken wir jetzt lieber nicht!)

Tja, und das wärs dann auch schon wieder. Irgendwie kommt mir das palim-palim bloggen nicht so flott von der Hand. Ich bin auf der Suche nach dem roten Faden. Hier im Blog und vielleicht auch in anderen Bereichen. Aber verschwinden, einfach so? Nö.

*edit: Tststsss, bin ich verwirrt, die Taube hatte die Kennzeichnungsringe natürlich.

Hochzeitseinladung

Ha! Habe ich Recht – einen Moment lang glaubten Sie, ich würde hier im Blog öffentlich zu meiner Hochzeit einladen? Nein, die olle DüneSieben ist schon seit vielen Jahren glücklich unter der Haube, mit Trauschein.

Wir haben gerade eine Einladung zu einer Sommerhochzeit bekommen. Und ich freu mich so. Ich mag Hochzeiten. Ich mag vor allem Sommerhochzeiten. Und ich hoffe auf SOMMER, so daß ich mein festliches Kleid mal wieder anziehen kann. Wenn dazu das Brautpaar noch super sympathisch ist – dann ist die Vorfreude noch größer!

Hach.

So besser

Ich also im Nagelstudio, ungeschminkt, unsolargebräunt, um mich rum alle, die das typische Klischee von Kunstnagelträgerinnen erfüllen. Der Laden wird von Vietnamesen geführt. Der Juniorchef legt los mit meinen Nägeln. Da ich ihn sehr schlecht verstehe (starker Akzent) antworte ich stets: So natürlich und kurz wie möglich. Plötzlich fegt ein Jüngling, ein ganz schmächtiger und androgyn anmutender Typ ins Studio. Der übernimmt jetzt. Er heißt Denny und hat für seinen zarten Körperbau zupackende Hände und quetscht meine selbstzerstörerisch eigenverantwortlichen Nagelbettverletzungen, so dass mir einmal ein leichtes Wimmern entfleucht. Er ist der Sohn der Chefin, wie ich später feststellen werde. Denny meint, ich solle mich entspannen. Im Hintergrund dudelt Vietnamradio per Satellit. Irgendwie ist es mir ungangenehm, mich nicht mit ihm zu unterhalten. Auf der anderen Seite habe ich ein nervöses Gehör, dass bei vielen Nebengeräuschen und einem leisen Gegenüber nicht funtioniert und so lasse ich es. Meine reizende Familie sagt mir eh nach, immer alle anquatschen zu müssen.  Ich will die Nägel kurz, Denny meint, das würde sheisse aussehen, weil man dann das Fleish shon sieht. Ich sitzte da eine Stunde und frage mich, wie ich das alle drei Wochen aushalten soll. Ich, die mit einer ordentlichen Portion Ungeduld gesegnet ist. Ich überlege, was ich in der Zeit sonst alles schaffen könnte und verfluche mich, dass ich nicht wenigstens mein Buch mitgebracht habe, denn ich bin genauso gebissen, wie sie und sie.

Aber irgendwann ist genug gefeilt und geklebt und wieder gefeilt. Die für mich etwas befremdliche Aktion hat ein Ende. Entgegen Dennys Rat da bloß nicht selbt dran rumzufeilen (kann er Gedanken lesen?) kaufe ich mir eine Feile für Kunstnägel, feile aber auch wirklich nur einen ganz kleinen Tick kürzer und fühle mich, abgesehen von den leicht drückenden Fremdkörpergefühl auf den Nägeln, eigentlich recht wohl.

(Hätte ich Ihr hilfreichen Kommentare vorher gelesen, bzw. mich vorher an Sie gewendet, hätte ich sicherlich auch eine Naturnagelverstärkung gemacht. Aber so bin ich nunmal – stolper in vieles spontan hinein. Beim nächsten Mal dann.)

DennysWerk

So nicht mehr

Ich hatte noch nie wirklich schöne Hände. (Obwohl mir mal ein Typ in unserer heißgeliebten Stags-Bar in Kapstadt d-a-m-a-l-s erzählt hat, dass ich Künsterhände hätte, ich hätte es ihm fast und so gern geglaubt. Alles bin ich, nur nicht künstlerisch.) Als Kind habe ich Nägel gekaut und ich finde, das sieht man meinen Nägeln auch immer noch an. Jedenfalls sind sie brüchig, dünn und reißen super schnell ein. Die Gartenarbeit der letzten Tage hat ihnen den Rest gegeben.

Und so ging ich neulich tatsächlich in das Nagelstudio, um das meine Gedanken schon seit Wochen kreisen. Mir wurde versichert, dass die Gel-Nägel erstens natürlich aussehen würden, zweitens gartenarbeittauglich seien und drittens problem- und rückstandslos wieder zu lösen seien. Letzteres wage ich zu bezweifeln, ich kann mir vorstellen, was da einmal auf einem Nagel gartenarbeittauglich klebt, ist nicht wieder einfach so zu lösen.

Heute Vormittag habe ich einen Termin. Ich finde, mit 40 darf man sich an Gel-Nägeln versuchen.

Es ist noch schlimmer, als es auf diesem Foto aussieht:Nägel1

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