Die unsichtbare Behinderung

Meine Tochter wurde als eine von Zwillingen „ganz normal“ geboren. Sie war bei der Geburt zwar ein zartes Persönchen mit ihren 2300 gr, aber von der ersten Stunde an fröhlich, aufgeweckt und lebendig. Den anstrengenden Part hat ihr Zwillingsbruder übernommen (was er natürlich nicht bewusst getan hat!), er hat gequengelt, viel geweint, hatte Dreimonantskoliken, wollte ständig auf meinem Arm sein und hatte mit acht Wochen eine Leistenbruch-OP. So war in den ersten Monaten mit den Zwillingen und der quirligen gerade-mal-Zweijährigen unser Augenmerk nicht primär auf die genügsame, in sich ruhende Lütte gerichtet. Bis sie ungefähr fünf Monate alt war. Sie wurde langsamer, hat sich nicht weiter entwickelt und wirkte müde. Ihr „sparkle“ war weg. Dass ihr Kopf viel zu groß war, das sahen wir erst hinterher auf Fotos.

Heute kann ich nicht begreifen, dass wir es nicht sahen, nicht alamiert waren, aber alle Experten haben uns immer wieder versichert, dass man, wenn man einen Menschen täglich sieht und die Entwicklung so schleichend geht, es nicht wahrnimmt. Jedenfalls machten wir uns leichte Sorgen, der Kinderarzt meinte, wenn sie bis zum nächsten Vorsorgetermin keine Fortschritte gemacht hätte, würde sie Krankengymnastik bekommen. Etwas mulmig fuhren wir zu diesem nächsten Termin, nicht ahnend, was ab diesem Tag an Sorge auf uns zukommen würde, welche Wende unser Leben nehmen würde. Der Arzt zog die Luft scharf durch die Zähne, als er in den Behandlungsraum kam, machte zwar ein Ultraschall von dem Kopf, obgleich er meinte, sowieso nichts sehen zu können und rief umgehend in der Neurochirurgie an, wir sollten sie noch am selben Abend einweisen lassen. Er schenkte uns sofort reinen Wein ein, seine Worte Machen Sie sich auf alles gefasst, es ist wahrscheinlich ein Hirntumor haben sich für ewig in meine Seele eingebrannt, wie so vieles, was darauf folgte: Die abendliche Aufnahme in der Notaufnahme, die vielen Fragen, die wir nicht wirklich beantworten konnten, die Taubheit, die Sorge, das Neue, das Sterile, der Geruch und immer wieder die Fragen die man uns und wir uns selbst stellten.

Damals war die Neurochirurgie noch in ganz alten Gemäuern, zwar auf einem sehr schönen Gelände, das sich im Laufe der Jahre als irgendwie tröstlich für uns erweisen sollte, aber wie gesagt, vor allem alt und nicht zeitgemäß. Es gab keine reine Kinderstation, bzw. lagen dort auch die „leichten Erwachsenenfälle“ – auf einer Station und oft auch in einem Raum. Richtige Zimmer gab es nur zwei (so weit ich mich erinnere), ferner gab es noch einen ausgebauten Balkon und zwei „Boxen“ – Zimmer mit dünnen Holztrennwänden, nach oben hin offen. Die Lütte landete an jenem Abend in so einer Box, mit einem ungefähr 12-jährigen Jungen zusammen. Es schien mir alles so unwirklich, getoppt wurde das Ganze von dem Fakt, dass ich nicht dableiben konnte. Die Schwester zeigte lahm auf einen Stuhl, den ich mir an das Bett stellen könnte, aber nein, schlafen könnte ich dort nicht, alles sei übervoll belegt. Mein Mann, selbst aschfahl im Gesicht, überzeugte mich, mit zu kommen, was ich nur tat, weil ich so taub war und weil schließlich auch noch die anderen beiden Kinder zu Hause warteten. Zu Hause erwarteten uns die stummen Fragen der Schwiegereltern, die wir ja auch nicht beantworten konnten und der Anruf nach Namibia, zu meinen Eltern, musste auch getätigt werden. Nicht leicht, den Großeltern so eine Hiobsbotschaft zu übermitteln. Ich weiß noch, dass ich am Ende dieses Gesprächs sagte Betet für uns. Und das, wo weder ich, noch meine Eltern, sehr gläubig sind. Aber man kann sich binnen Stunden verändern und plötzlich kriegen die Dinge eine ganz andere Perspektive. Und dann sehe ich uns abends im Bett liegen, um uns die gespenstische Stille, wir versuchten uns, gegenseitig Mut zu machen, aber eigentlich wußten wir nicht, was wir sagen sollten.

Die nächsten zwei Tage waren angefüllt mit MRTs, Untersuchungen, Arztgesprächen, aber vor allem Warten. Denn, obwohl es für uns keinen größeren Notfall gab als unsere Tochter in dem Moment, mußten wir trotzdem hintenan stehen. Eine zerreißende Nervensache. Am Ende des zweiten Tages bekamen wir dann die erlösende Diagnose, dass es kein Hirntumor sei, sondern „nur“ ein Hydrocephalus, „nur“ ein Wasserkopf. Mein Mann konnte in solchen Situationen immer die richtigen Fragen stellen. Im Laufe der Zeit und im Laufe der Jahre hatte ich die ganze Terminologie gelernt und parat, aber in solchen Streßsituationen wie Diagnosen und Arztgesprächen war ich immer heilfroh, diesen in dem Moment nüchterndenkenden und klaren Mann an meiner Seite zu haben.

Die allererste OP mußte verschoben werden, weil die kleine Patientin Fieber und einen leichten Infekt hatte. Wieder Warten, wieder Nervenzerreißprobe. Dann bekam sie ihren ersten Shunt. Operiert wurde sie von einem jungen Arzt, mit blond gefärbten Haaren, der viel Lebensfreude und Optimismus verbreitete. Ich glaube er war Franzose (wir hatten im Laufe der Jahre so viele Ärzte, da kommt man durcheinander), jedenfalls beantwortete er all unsere viele Fragen mit einem so netten Akzent. Und vor allem nahm er sich Zeit für uns verunsicherten Eltern.

Das Tolle war: Wir gaben ein kleines, müdes, gequält wirkendes Menschlein am OP ab und fast sofort nach der OP war sie wieder da – das kleine Energiebündel, das Strahlemädchen. Sie wirkte richtiggehend erlöst. Es ging ihr sofort nach OP so viel besser, so sichtbar besser. Der große Kopf blieb. Vor allem im ersten Jahr nach der OP hatte sie große Einschränkungen deswegen. Sie war in den ersten drei Jahren stark entwicklungsverzögert, aber nur körperlich. Man hatte uns auf geistige Schäden vorbereitet, die sich, zu unserem unendlichen Glück, nicht bewahrheitet haben. Im Gegenteil, sie meistert die Schule glänzend, spielt Handball mit großer Begeisterung, schwimmt Wettkämpfe und hat eine unglaubliche Energie und berührt uns als Familie und viele Leute um sie herum mit einem gewissen Extra.

Ich kann jetzt, ohne in den Hydrocephalus-Ordner, den ich mir anlegen mußte, um einen Überblick über Arztbriefe, OP-Berichte usw. zu behalten, nicht sagen, wie oft sie schon operiert worden ist. Achtmal bestimmt, wenn man die kleinen OPs, wie ein Zusatzventil z.B., mitzählt. Lange Krankenhausaufenthalte gab es nie. Länger als eine Woche am Stück war sie nie in der Klinik. Ich konnte, abgesehen von der ersten Nacht, immer mit aufgenommen werden. Immer habe ich sie mit in den OP gebracht, so weit es eben ging. Immer war ich da, im Aufwachraum, wenn sie aus dem OP kam. Ich habe mit ihr geweint, wenn sie nach einer OP ganz furchtbare Schmerzen hatte, ich habe Ärzte und Schwestern angebrüllt, wenn es sein mußte. Habe Alarm geschlagen und hatte Recht, wenn ich das Gefühl hatte, dass „etwas ganz gewiss nicht stimmt“. Ich habe mitten in der Nacht auf einem Krankenhausflur gesessen und ohne Tränen geweint, weil meine Tochter notoperiert werden mußte. Vorher hatte ich mich von einem ganz jungen Arzt routinemäßig aufklären lassen über Risiken solch einer OP. Der Arzt tat mir sehr leid, denn ich sah, wie unangenehm ihm diese Aufgabe war. So habe quasi ich ihn beruhigt.

Aber es wurde immer alles gut. Immer wieder hielt und hält jemand seine schützende Hand über die Tochter und uns. So lebt sie und so leben wir mit dieser „unsichtbaren Behinderung“. Die Abstände zwischen den OPs werden größer, eine Prophezeiung, die man uns gemacht, die sich bewahrheitet hat: Je größer die Shuntpatienten werden, desto besser pendelt sich das ganze System ein. Von außen sieht man nichts. Nicht mehr. Der Körper hat sich dem Kopf angepasst. Sie ist ein langes, schlankes Mädchen. Den Schlauch, der vom Gehirn unter der Haut in den Bauchraum führt (und die Gehinflüssigkeit abführt) nimmt man kaum wahr, wenn man es nicht weiß und darauf achtet. So jedenfalls wird es mir immer wieder gesagt, dass es höchstens aussieht wie eine Sehne. Beim Friseur warne ich immer vor, damit die Gute sich nicht erschrickt über das Ventil, das auf der Schädeldecke unter Haut liegt.  So ist die Behinderung wirklich nahezu unsichtbar und streng gesprochen keine Behinderung.

Gestern hat das Monster „unsichtbare Behinderung“ kurz gefaucht. Ich mußte meine Tochter notfallmäßig aus der Schule abholen und in die Klinik fahren. Wir waren fast fünf Stunden in der Notfallambulanz, während draußen die Sonne ganz warm schien und das Kieler Woche-Leben prall tobte. Sie wurde gründlich untersucht, mit MRT, Röntgen usw. Es muß eine temporäre Verstopfung des Shunts oder Ventrikelkatheters gewesen sein. Dann steigt der Hirndruck sofort an. Jedenfalls hat sie sich im Laufe der Zeit in der Ambulanz komplett erholt, ist freudig und beschwingt rausgelaufen und wir haben sofort mit dem normalen Leben weitergemacht. Waren schnell einkaufen, sogar bei H&M da sie und die Schwester dringend noch Sommerklamöttchen brauchten, es gab ein Eis und einige „es ist wieder alles ok-SMSe“ und abends waren Herr DüneSieben und ich zwei Stündchen auf der Kieler Woche. Ganz ruhig und ganz dankbar, dass wir mal wieder Glück hatten.

(Ich habe diesen Beitrag geschrieben, weil hier täglich Suchanfragen wegen diesem Thema auflaufen. Ich habe es geschrieben, weil es ein Teil von mir und von uns ist. Und vor allem, weil es mein sein musste und höchste Zeit war.)

43 Antworten zu „Die unsichtbare Behinderung“


    • 2 DüneSieben 23. Juni 2009 um 4:56

      Verstehst Du jetzt einen Teil von mir besser?
      Ich rede nicht gern darüber, nicht weil es mir wehtut (was es natürlich immer ein wenig tut, ich habe heute Morgen beim Schreiben gemerkt, wie nah es mir immer wieder und immer noch geht), aber weil ich manchmal denke, die Leute meinen dann, ich erwarte Mitleid oder einen Rat oder so. Das ist nicht der Fall. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Und das ist halt das Päckchen der DüneSiebenfamilie.

      • 3 Die FF 23. Juni 2009 um 6:15

        Verstehen? Ich weiss nicht, ich glaube, um WIRKLICH die Angst, die Unsicherheit und „das alles“ verstehen zu können, dazu muss man sowas, oder ähnliches selbst erlebt haben.
        Danken tu ich Dir für Dein Vertrauen, dass Du uns hier entgegengebracht hast!

  1. 4 Frau ... äh ... Mutti 23. Juni 2009 um 8:08

    Ach Frau Düne, danke für´s Erzählen.

    (kein Mitleid, jedenfalls kein _solches_, keine Ratschläge … aber Verständinis für Angst, Sorge und Kummer)

  2. 5 zygomaticus 23. Juni 2009 um 8:28

    bewegend .. mehr kann ich dazu nicht sagen. ich selber arbeite im medizinischen bereich, zwar noch nicht so lange aber durch große schwester und tante immer damit zutun gehabt. aufjedenfall kann ich deine/ eure situation ‘verstehen’ ist das flasche wort. weil wie die ff schon geschrieben hat, kann man eine solche situation erst völlig nach vollziehen wenn man sie selbst erlebt habe. aber es gibt in einer solchen situation immer 2 seiten. und ich würde sagen ich stehe auf der anderen. wir haben in unserer praxis viele krebs-patienten sowie behinderte menschen. mit der zeit versteht man zu verstehen und zuzuhören sowieso. und obwohl es immer wieder gesagt wird das man freundlich-distanziert bleiben soll wird es häufig doch persönlicher. sowas geht, finde ich, unter die haut. ich wünsche euch weiterhin alles gute. und ich werde deinen blog im auge behalten

    lg zygomaticus

  3. 6 solanumdulcamara 23. Juni 2009 um 8:36

    habe auch gelesen und bin ganz berührt, vielleicht weil meine zwillinge gerade noch im bauch strampeln und ich manchmal denke: zwei kleine kinder! was für eine verantwortung … und manchmal auch die angst: was wird die zukunft bringen?
    vielen dank fürs lesenlassen.

  4. 7 dasmiest 23. Juni 2009 um 8:46

    Danke fürs Teilen. Irgendwann muss ich sowas auch mal schreiben…

  5. 8 Jeanie 23. Juni 2009 um 10:30

    Vielen Dank für das große Vertrauen und das Mitteilen.

    Auch von mir kein Mitleid – nur unendliches Verstehen und das Wissen, wie es ist, ein „besonderes“ Kind zu haben, das Wissen um die Ängste und Sorgen die man hat und wie Diagnosen und Krankenhausaufenthalte die ganze Familie „aufmischen“ können. Und auch Wissen um das Glück, das man sein Kind noch haben darf…

    Danke!

  6. 9 Brassica oleracea convar 23. Juni 2009 um 10:44

    Liebe Frau Düne,
    vieles kenne ich nur zu gut und habe uns beim lesen oft wiedergefunden. Danke dafür!
    viele liebe Grüße

  7. 10 mairym 24. Juni 2009 um 7:53

    Zwar nicht mein eigenes Kind, aber mein Cousin wurde noteingeliefert, wegen eines riesigen Tumors im Bauchraum. Krebs. Mit 10 Jahren dem Tode näher als dem Leben. (Das war vor knapp einem Jahr. Heute ist der Krebs offiziell besiegt.)
    Ich fühlte mich unendlich hilflos und das Leben schien so ungerecht. Verzweiflung, Tränen, Sorgen… – und ich bin nicht mal die Mutter.
    Daher kann ich ganz gut nachvollziehen, wie es Ihnen erging und manchmal noch immer ergeht.
    Danke fürs Teilen

  8. 11 soulsilence 24. Juni 2009 um 9:19

    Danke dafür, dass Sie das hier so offen geschrieben haben. Das hat mch sehr bewegt. Danke für Ihr Vertrauen. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter, dass die schützende Hand immer da bleiben wird.

  9. 12 Juli 24. Juni 2009 um 11:46

    Auch wir sind eine Familie, die ein großes Paket zu tragen hat.
    Da ich niemals darüber bloggen würde, bedanke ich mich um so mehr für dein Vertrauen und Teilhaben lassen.
    Vielleicht ist das Teilen sogar ein wenig Heilen? Vielleicht wäre mein Paket etwas leichter, würde ich es mitteilen?

    Liebe Grüße, Juli

    • 13 DüneSieben 26. Juni 2009 um 3:33

      Ich rede immer ganz offen darüber, und jetzt habe ich auch endlich mal ganz offen geschrieben. Manche empfinden es vielleicht als zu privat, aber für mich wird das Paket ab jetzt schon ein wenig leichter sein. Aber vor allem hoffe ich, Menschen in ähnlicher Situation ein wenig damit zu „helfen“. Wobei helfen nicht der richtige Ausdruck ist, eher ein „hm, das kennen wir auch“ vielleicht.

    • 14 Gis1855 29. Juni 2009 um 11:47

      Ja, Juli, das ist es, wie ich nach meinem Aufschreiben meiner Erlebnisse am eigenen Leibe erfahren durfte. Es geht nicht um Selbstmitleid oder dem Suchen nach Mitleid für die entstandene Situation. Vielmehr wurde mir während des Schreibens mehr und mehr klar das meine Erkrankung mich hat nicht nur negative Erfahrungen machen lassen. Vieles wurde beim Schreiben zurechtgestutzt auf das richtige, zuvor viel zu stark dramatisierte und überzogene, Maß.
      Es hat mir geholfen einiges deutlich positiver zu sehen als vorher. Deshalb kann ich jedem nur raten sein Schicksal mit anderen zu teilen. Manchmal hilft schon sich einfach mal den „Frust“ von der Seele zu schreiben und wenn es sein muß anschließend die Niederschrift irgendwo zu bewahren. Vielleicht solltest Du das einfach mal ausprobieren? Du wirst sehen es hilft!

  10. 15 Lakritz und Schokolade 24. Juni 2009 um 11:59

    Danke für’s Lesendürfen… und auch ich wünsche Ihnen, dass die schützende Hand immer da ist. Großartige Tochter, großartige Eltern!

  11. 16 Sandra 24. Juni 2009 um 1:07

    Es hat ich bewegt. Jeder der sein Kind schonmal an der Schleuse zum Op abgegeben hat, kennt dieses Gefühl. Das vergisst man nicht. Nie.
    Ich finde es immer wieder krass, wieviele doch „besondere“ Kinder haben. Aber gerade bei diesen Kindern ist die schützende Hand besonders wach! So empfinde ich es jedenfalls.

  12. 17 Liz 24. Juni 2009 um 1:37

    Danke für das mit-TEILEN… mir würde das nicht gelingen, aus den gleichen Gründen, warum Sie es so lang nicht taten. Und eben deshalb auch hier „kein Mitleid, jedenfalls kein _solches_, keine Ratschläge … aber Verständinis für Angst, Sorge und Kummer und vor allem auch für ein Gefühl von …. „Unaussprechlichem“, das man empfindet.
    Herzliche Grüße Liz

  13. 18 Frau Liebesluchs 24. Juni 2009 um 2:03

    Auch mich hat natürlich die Geschichte ihrer Tochter bewegt. Vielen Dank fürs Lesen dürfen und Teilhaben lassen. Großen Respekt vor Ihrer Kraft.
    Wünsche Ihnen allen weiterhin immer die schützende Hand über euch.
    Herzliche Grüße aus Oberfranken, Liebesluchs*

  14. 19 piri 24. Juni 2009 um 2:06

    Darf ich mich auch bedanken — für die Geschichte — Es kann niemand nachvollziehen, wie es ist ein Kind (in meinem Fall zwei Kinder) zu haben, die was besonderes sind und immer unsere volle Aufmerksamkeit brauchen. Deine Ängste (ich darf doch du sagen?) kann ich sehr gut verstehen, habe ich doch ähnliche …

    Liebe Grüße

  15. 20 mary04 24. Juni 2009 um 2:29

    Deine Erzählung hat mich zutiefst berührt. Ich habe noch keine Kinder aber will später auch mal zwei. Und ich denke ich spreche für alle, dass sich jeder ein gesundes glückliches Kind wünscht. Ich finde es atemberaubend welche Kraft du und dein Mann aufbringen um das durchzustehen. Und ebenso muss es immer wieder ein Geschenk sein, wenn etwas vorgefallen ist, zu sehen dass das Kind noch glücklich ist und wieder auf den Beinen.
    Von „Normalen Leben“ kann keine Rede sein, aber man sieht ihr macht das Beste draus.
    Ich weiß nicht was ich genau empfinde, es sind so viele Gefühle beim Lesen aufgekommen, dass ich es nicht gut in Worte fassen kann.
    Abschließend will ich sagen, macht weiter so. Wenn das Kind jmd hat, von dem es aufgefangen wird, glaube ich, kann es auch alles schaffen, wenn es genug Liebe und Fürsorge erhält.
    Bei dir hat man vom lesen das Gefühl dass es so ist. Macht weiter so und alles alles Gute.

  16. 21 tanja 24. Juni 2009 um 3:35

    Danke für die Offenheit. Jeder hat so ein Päckchen, das ist wohl wahr.

    Ich hatte ein Kind mit Hydrocephalus im Schulkindergarten. Sie hieß Charlotte und war ein ganz wunderbar fröhliches Kind. Nur auf den ersten Blick halt etwas unproportioniert. ;-)

    Mittlerweile geht sie aufs Gymnasium. Ganz normal.

    • 22 DüneSieben 26. Juni 2009 um 3:29

      So wie unsere Tochter ihren Weg geht, ganz normal. Auch sie schafft es spielend auf ein Gymnasium nach den Sommerferien. Es ist eine Freude, sie zu begleiten.

      • 23 Gis1855 29. Juni 2009 um 11:34

        Dieses in der „Fremde“ erleben zu müssen, aufgebürdet mit allen von Ihnen geschilderten sozialen Problemen, kann ich mir die Schwierigkeiten auch für die damals wohl noch junge Ehe recht gut vorstellen.
        Wichtig ist das Sie, Ihre Tochter und Ihre Familie, es geschafft haben zusammen zu bleiben und ein, wenn auch zunächst kleines soziales Netzwerk zu erhalten. Diese Belastungen sind neben allen physischen und psychischen Belastungen auch eine riesengroße Herausforderung für die Partnerschaft, wie ich es im Übrigen selbst erleben musste. Wir haben aber die Feststellung gemacht dass uns alle zwischenzeitlich aufgetretenen Probleme eher noch stärker zusammengeschweißt haben. Aus dem anfänglichen Liebesfeuer hat sich nach und nach eine unglaublich große Vertrautheit, Partnerschaft und Liebschaft entwickelt, die aus heutiger Sicht auch noch gut ist für den Rest unserer Tage zu bestehen. Viele der kleinen, ganz zu Beginn der Beziehung, aus Nichtigkeiten entstandenen Streitsituationen, sind aufgrund unserer gemeinsamen Meisterung aller Herausforderung Erkenntnis gewichen, dass es wichtigeres gibt in unserem Leben und das jeder Tag ein besonderes Geschenk für uns bedeutet. Entsprechend gibt es heute schon noch den einen oder anderen Streit, allerdings auf einem ganz anderen Niveau. Das Ihre Tochter jetzt auf das Gymnasium wechselt, zeigt auch deren Mut sich den Herausforderungen des Lebens, mit der Hilfe durch Sie und Ihrer Familie zu stellen. Ich wünsche Ihnen, Ihrer Tochter und Ihrer Familie allseits das berühmt berüchtigte soziale Netzwerk und die Unterstützung Ihrer Freunde. Ich konnte die Erfahrung machen dass ich aufgrund meiner damaligen Probleme, aber auch meinem beruflichen Lebensstil, nur auf einen sehr kleinen Freundeskreis zurückgreifen kann. Für diese ist aber kein Mittel zu schwer oder zu teuer, wenn es darum geht uns mit Rat und Tat, vor allem aber durch deren Freundschaft zu unterstützen. Ich hoffe und wünsche Ihnen allen die gleichen Erfahrungen machen zu dürfen und eine ganze Menge an Freundschaft erfahren zu dürfen.
        Gleichzeitig danke ich Ihnen dass Sie mich mit Ihrem Beispiel dazu bewegt haben mich endlich einmal meine Erfahrungen Revue passieren zu lassen. Nach dem Niederschreiben des Erlebten, habe ich plötzlich vieles mit ganz anderen Augen wiedererleben dürfen.
        Dafür vielen, vielen Dank.

  17. 24 gis1855 24. Juni 2009 um 3:45

    Danke für Ihre Bereitschaft so offen über die gesundheitlichen Probleme Ihrer Tochter und die damit verbundenen Beschwerden Ihrer Familie zu berichten. Auch wenn dieses nur ein sehr begrenzter Auszug der ganzen Katastrophe ist, wie ich vermute und vom eignen Erlebten her weiß, wird deutlich wie Sie und Ihre Familie lernen mußten mit der Erkrankung Ihrer Tochter umzugehen.
    Gute Ratschläge und Mitleid, so meine persönlichen Erfahrungen, führen in aller Regel zum Aufbau einer Mauer aus Abwehr und Verzweiflung.
    Vieleicht kann ich jedoch mit meinem Beispiel dazu beitragen, dass Sie und Ihre Familie freudiger Erwartung in die Zukunft schauen, aller vorhandenen und wohl auch zum Teil verbleibender Schwierigkeiten zum Trotz.
    Auf jedem Fall wünsche ich Ihnen, Ihrer Tochter sowie Ihrer Familie viel Kraft für die vor Ihnen liegende Zeit, hoffe dass sich die Erkrankungszyklen, wie von den Ärzten angekündigt so maximal wie möglich verlängern und Ihre Tochte ein weitgehend normales, schmerzfreies Leben führen kann.
    1955 geboren, wurde bei der Einschulungsuntersuchung festgestellt dass ich an einer Erkrankung der Lunge leide. Entsprechende Behandlung an einem Luftkurort stellte, zumindest damals, offensichtlich eine Problembehebung fest, was mich in die Lage versetzte rechtzeitig im März 61 eingeschult zu werden. Ähnlich zu Ihrer Tochter entwickelte sich bei mir ein schleichender Prozess, welcher mich immer sehr stark ermüdete und es gesellte sich eine Belastungsstörung des rechten Beines ein, welches sich zu einem hinkenden Gangbild entwickelte. Beides führte dazu dass das gemeinsame Spiel mit Freunden im Freien nur äußerst begrenzt möglich war, Verlust von Freunden stellte sich ein. Immer froh wenn ich die Schulstunden überstanden hatte, obgleich mir das Lernen viel Freude bereitete, war ich froh wieder zu Hause zu sein und mich auf dem Sofa der elterlichen Küche breitmachen zu können. Meine Eltern und mein damaliger Hausarzt konnten sich keinen Reim auf meinen Zustand machen und so begann eine Odyssee von Arzt zu Arzt und von OP zu OP, bis man ca. drei Jahre später den Entschluss fasste mich in eine Universitätsklinik in unserer Nähe zur endgültigen Abklärung des Zustandes zu schicken. Keine zwei Tage später stand fest, dass ich mich mit einer strahlenden Lungentuberkulose angesteckt hatte und diese, aufgrund der langen Zeit des Unentdecktseins, sich bereits auf beide Hüften erstreckte. Am Tage vor meinem neunten Geburtstag wurde ich unter Äthernarkose, ich erinnere mich noch wie gestern da ich den ganzen Tag über entsprechenden Gefäßen verbrachte, wurde die Abschlussuntersuchung durchgeführt und ich in eine Gipshose verpackt. Aufgewacht aus der Narkose musste ich feststellen dass sich von der rechten Fußzehe ausgehend, über das gesamte Becken bis zum linken Knie ein fast zwei Zentimeter dicker Gips erstreckte. Meine Eltern waren zumindest genauso geschockt wie ich, dass sich so etwas in unserer Familie ereignen konnte. Neben den Sorgen ob eine vollständige Genesung sichergestellt werden konnte oder ob man nicht doch mit schlimmerem rechnen musste gesellte sich die Frage nach der Behandlungsmethode. Einige der Ärzte rieten zu einer, damals noch nicht sehr verbreiteten, Operation, während die Masse derselben die Behandlung mit einer konservativen Therapie, bei entsprechendem Klinikaufenthalt empfahl. Aufgrund des Rückgangs der im Krieg sehr stark verbreiterten Tuberkulose, hatten viele Krankenhäuser dieses Betätigungsfeld geräumt, andere konnten einem Jungen wie mir keinen Schulunterricht anbieten, was aufgrund der Unwissenheit hinsichtlich der notwendigen Behandlungsdauer dazu geführt hätte dass ich neben den verbleibenden gesundheitlichen Schäden auch noch irreparable soziale Schäden erlitten hätte. Doch neben all dem kam auch die Sorge nach der familiären Zukunft, da TBC bekanntlich meldepflichtig war schaltete sich damals das Gesundheitsamt ein und es stand kurzzeitig zu befürchten, dass meine Eltern ihr kurz zuvor eröffnetes eigenes Serviceunternehmen schließen mussten. Dann überschlugen sich die Ereignisse und ich fand mich ca. 450 km von zu Hause in einer Kinderklinik wieder, welche sich noch mit an dieser Ekrankung leidenden kleinen Patienten beschäftigte und gleichzeitig die Möglichkeit des Schulbesuches bot.
    Was keiner für möglich gehalten hatte, fast drei Jahre Klinikaufenthalt, davon gut zwei Jahre mit Becken- und ein halbes Jahr mit Gehgips, gefolgt mit der Nutzung eines sogenannten Gehapparates, gingen vorüber und ich hatte neben den negativen Erfahrungen der Erkrankung auch sehr viele positive Erfahrungen, Kennenlernern netter Lehrer, Schwestern, Freunde, machen dürfen als ich wieder nach Hause kam.
    Natürlich hatte ich seit meinem fünften Lebensjahr nicht die Kindheit, wie sie andere Kinder erleben durften. Dafür hatte ich aber auch das Glück gute Menschen kennen zu lernen, welche sich mit diesem fremden Persönchen so beschäftigten als wäre ich deren eigenes Kind, was ganz sicher zu meiner heutigen Weltoffenheit beitrug. Klar dass ich um Jahre gereift aus dem Krankenhaus nach Hause kam.
    Ich musste auch weiterhin, für die Dauer von fast zwei Jahren, den Gehapparat tragen, durfte nicht viel tragen und war darüber hinaus natürlich eingeengt wenn es darum ging Sport zu treiben oder über mehrere Tage hinausgehende Ausflüge zu unternehmen, da ich zum Anlegen des Gehapparates entsprechende Hilfestellung benötigte.
    In Folge konnte ich nicht den Empfehlungen meiner Lehrer und meinen Wünschen folgend ein Gymnasium oder eine Realschule besuchen um einen entsprechenden Abschluss hinzulegen, musste mich also mit der damaligen Volksschule begnügen. Kurz vor Schulabschluss musste ich dann das erste Mal an der rechten Hüfte operiert werden, konnte danach jedoch beide von mir angestrebte Berufsausbildungen absolvieren und im Nachgang als einer der beiden besten Jahrgangsabvsolventen in Rheinland-Pfalz, meine Meisterprüfung im Handwerk ablegen.
    Vielen Hobbies nachgehend, fand ich sehr schnell zu sozialen, politischen als auch kirchlichen ehrenamtliche Tätigkeiten, welche ich mit großem Eifer und Erfolg betrieb. Besagte Tätigkeiten, aus heutiger Sicht aus Dank für die während der Krankheit erlebte freundlichen Zuwendungen angestrebt, gaben mir immer das Gefühl nicht der Krüppel zu sein, zu dem mich meine damaligen Schulkameraden und andere Kinder aus unserem Ort machten. Gaben mir also ein Vielfaches dessen was ich selbst zu investieren hatte.
    Ich habe ein kleines Unternehmen gegründet und konnte dieses trotz mehrerer folgenden Hüftoperationen mehr als zehn Jahre erfolgreich führen, bis sich Probleme der anderen Körperseite ankündigten und eine entsprechende OP anstand.
    Danach habe ich studienbegleitend mein Fachabitur abgelegt und Wirtschaftswissenschaften studiert. Kurz nach meinem vierzigsten Geburtstag erhielt ich mein Diplom und hatte bereits eine Festanstellung in der Tasche, welche nur möglich war aufgrund der von mir gesammelten Erfahrungen, meiner Weltoffenheit,Zielorientierung meiner analytischen Fähigkeiten aber auch dem aus der Krankheit abgeleiteten Streben nach hundertprozentiger Einbringung in von mir als wünschenswert eingestufte Projekte.
    Der Krankenhausaufenthalt hatte mich gestärkt für das seither nicht sehr einfache Leben, mit einer Vielzahl an Einschränkungen, z.B. im Sport und meiner Beweglichkeit, hat mir dafür aber Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, welche meinen sozial geprägten Lebensweg entscheidend beeinflussten.
    Mittlerweile fast 54 Jahre alt, bin ich froh diese Erfahrungen in meinem Leben gemacht haben zu dürfen, wenngleich ich einräumen muss dass ich gerne auf die ein oder andere davon verzichtet hätte.
    Seit fast dreißig Jahren mit meiner Frau zusammen haben wir uns, trotz meiner, aufgrund meines hinkenden Gangbildes, nicht unsichtbaren Behinderung eine Familie geschaffen, welche mich bei allen bestehenden Problemen, Schmerzen weiteren Operationen u.s.w. dazu bewegen weiter zu machen. Wir sind froh, zwei gesunde Kinder zu haben, aber ich möchte auch meine, aus den körperlichen Einschränkungen herührenden Erfahrungen, nicht missen.
    Meinen Eltern bin ich unsagbar dankbar, da diese, im Gegensatz zu den Eltern meiner damaligen Klinikkameraden, es auf sich genommen haben und mich im maximal sechswöchigen Abstand zumindest über ein ganzes Wochenende besuchten, Und das trotz der langen Anreise, einem in den Kinderschuhen steckenden kleinen Unternehmen und zwei weiterer Geschwistern, welche regelmäßig quengelten, wenn es mal wieder Zeit zum Aufbruch auf die kleine Weltreise ging. Insbesondere mein Vater hat sich mit dem im wahrsten Sinne des Wortes Stemmen der Verantwortung, schließlich musste er damals regelmäßig mehrmals täglich mich als mehr als sechszig Kilogramm schwere Last von Punkt A nach Punkt B händig und schweißtreibend transportieren, unglaublich um mich gekümmert. Er war es schließlich auch der nach einem anstrengenden Arbeitstag sich ins Fahrzeug setzen musste um sich selbst und meine Mutter so rasch als möglich zu mir und am späten Sonntagnachmittag wieder nach Hause zu bringen.
    Aus nachträglichen Erzählungen weiß ich das meine Eltern gerade zu Beginn meines Krankenhausaufenthaltes das eine oder andere Mal nicht weiterwußten und mit dem Gedanken spielten dem Ganzen ein Ende zu bereiten.
    Gott sei Dank haben ihre Kräfte gereicht und mein Vater konnte 78 Jahre alt werden, meine Mutter kann sich erfreulicher Weise noch bester Gesundheit erfreuen. Himmlicher Beistand allein hätte nicht ausgereicht die damals drückenden Sorgen nicht zu erdrückenden werden zu lassen. Vielmehr war es das eingebunden sein in ein verlässliches soziales Netzwerk, welches vieles an Anstrengungen und Belastungen bewältigen ließ, ohne den letzten Schritt machen zu lassen.
    So haben meine Eltern meine Familie und ich als direkt Betroffene die Erfahrung machen dürfen das alles im Leben einen Sinn hat und das es wert ist um jeden Tag des Daseins zu kämpfen.

    • 25 DüneSieben 26. Juni 2009 um 3:29

      Das Eingebunden sein in ein soziales Netz ist das A und O. Das hatte ich damals, zu Anfang der Hydrocephalus-Zeit, nicht so sehr. Ich war da gerade mal 4 Jahre in Deutschland, meine Eltern und Familie weit weg, mit den Schwiegereltern lief es ziemlich ruckelig, also hatte ich für mich selbst (außer mit dem Mann, natürlich) wenig seelischen Halt. Den habe ich mir aufgebaut inzwischen und zehre sehr davon.

  18. 26 Serenity 24. Juni 2009 um 7:02

    2005 erblindete ich zu 90% und keiner wusste warum. Auch mir wurde die Fehldiagnose Hirntumor gestellt. Auch ich hab einen zu hohen Nervenwasserdruck. (Wenn der zu hohe Nervenwasserdruck als Erwachsener ausbricht heißt die Krankheit Pesudotumor Cerebri. Der Kopf verformt sich dann nicht mehr, da die Schädeldecke zu ist.)Der ist gut mit Tabletten eingestellt die ich mein Leben lang nehmen muss. Alternativ gäbe es sonst auch einen Shunt. Ich bin froh dass die Tabletten (noch) wirken.
    Weiterhin alles Gute für ihre Tochter und den Rest der Familie!
    Svenja

  19. 27 Serenity 24. Juni 2009 um 7:03

    Ach ja, meine Augen sind Gott sei Dank wieder (bis auf 2 blinde Flecken) gesund geworden.

  20. 28 wortteufel 24. Juni 2009 um 7:59

    Danke.
    (Ich umarme Dich mal. Einfach so.)

  21. 30 amidelanuit 24. Juni 2009 um 8:14

    ich überlege seit minuten, was ich ihnen schreiben will. wie ichs schrieben will. ich lass es, irgendwie reichen die worte nicht….

    aber ich lasse ihnen ein ♥ da. vorallem fürs kind, das starke und großartige und ziemlich tapfere!!

  22. 31 Vera 24. Juni 2009 um 8:25

    Du hast Ärzte und Schwestern angeschrieen? Aber dann doch in der Verzweiflung, oder?

  23. 33 SuNnY... 24. Juni 2009 um 11:56

    Hallo…

    Ich kam eben durch Zufall auf diese Seite, habe angefangen den Beitrag zu lesen und musste ihn dann auch einfach fertig lesen.

    Mir kamen während dem Lesen die Tränen und ich habe arg mit mir gerungen!
    Nicht aus Mitleid oder sonstigem…sondern weil ich selbst eine Mami bin und einfach mit Ängsten kämpfe, seit ich meinen kleinen Sonnenschein habe, die ich vorher nicht kannte!
    Mein kleiner ist gesund…und da bin ich so dankbar für!
    Aber allein der Gedanke, dass so etwas passieren könnte, dass wir solch eine Zeit durchstehen müssten…die macht mir sehr große Angst…
    Angst um meinen kleinen, Angst, es nicht durchstehen zu können…
    und gerade kullern wieder still die Tränen!

    Ich habe größten Respekt vor den Menschen, die aus solchen Situationen mit einer Kraft heraus gehen, die man einfach spüren kann.

    Die Schwester von meinem Exfreund war körperlich und geistig schwerst behindert…und ich habe die Eltern und die gesamte Familie einfach nur bewundert, mit welcher „Leichtigkeit“ und „Normalität“ sie dies bewältigt haben.

    Aber die stillen, leisen Tränen…das lautlose Schreien…diese geheime Ohnmacht…die hab ich natürlich auch mit bekommen!

    Was ich aber auch mit bekommen habe: welche Kraft man von den Kindern selbst zurück bekommt…
    ob bei deiner Tochter mit der „unsichtbaren Behinderung“…
    oder von der Schwester von meinem Exfreund, die weder sprechen noch richtig laufen konnte…die teils in ihrer eigenen Welt lebte…aber es gab so viele Momente, die einfach wunderbar waren…

    Liebs Grüßle
    SuNnY…

  24. 34 Cecie 25. Juni 2009 um 7:36

    danke für ihre offenheit. und für ihre kraft, die sie ausstrahlen, auch wenn sie sie vielleicht nicht immer fühlen. danke allgemein, dass ihr bloggenden mamas (wenn ich das mal so ausdrücken darf) mich so viel mehr auf die zeit mit meinem eigenen kind vorbereitet, als es meine mutter tut: mit allen positiven und negativen aspekten, aber oft so unglaublich ehrlich.

    ich wünsche ihrer tochter, ihnen und ihrer familie alles alles gute und freue mich unbändig zu lesen, dass sich alles so gut entwickelt hat.

    herzlichst, Cecie

  25. 35 Noga 25. Juni 2009 um 2:56

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich finde es sehr mutig, das so öffentlich zu machen. Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich viel Kraft und alles Gute.

  26. 36 josili 26. Juni 2009 um 2:11

    Danke für Ihre Offenheit und alles Gute!

  27. 37 June 28. Juni 2009 um 9:25

    ach frau düne sieben…
    danke!

  28. 38 rebenwanderin 28. Juni 2009 um 3:51

    Heule ich jetzt, weil mich das alles so sehr berührt, oder weil wir vor zwei Tagen nochmal „Glück“ hatten und unser Notfall gerade wieder „hochkommt“? Ich weiß es nicht. Aber seitdem ich Kinder habe, habe ich eine Ahnung davon, wie schlimm sich manches anfühlen und einen fast wahnsinnig machen kann. Alles Liebe und Gute Euch allen

  29. 39 Stella 13. Juli 2009 um 6:36

    Danke für die Offenheit und fürs Lesendürfen. Alles Glück der Welt für die Zukunft! Herzlich, Stella

  30. 40 heiha 21. August 2009 um 7:38

    Heute rief mich mein inzwischen schon 18 jähriger Sohn an, der mit meinem Liebsten auf Vater-Sohn-Tour in Namibia unterwegs ist. Ein fröhliches „Mama, weißt Du, wo wir gerade stehen? Auf der Düne 7 !“ kam aus dem Handy.
    Nur deshalb bin ich auf dieser Seite gelandet und habe Ihre Geschichte gelesen.
    Wenn man Kinder begleitet, gibt es viele Situationen, die man vor Angst und Sorge nicht zu überstehen glaubt. Dazu gehört mit Sicherheit, sein Kind vor einer OP-Schleuse abzugeben, das weiß ich genau!
    Zu wissen, dass es eine „behütende Hand“ gibt, die alles gut werden lassen kann, hat mich schon oft getragen. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute, Gott behüte Sie.


  1. 1 Frau … äh … Mutti » Archiv » Gesammeltes-Gestammeltes Trackback zu 24. Juni 2009 um 10:39
  2. 2 etwas klarstellen « DüneSieben Trackback zu 25. Juni 2009 um 5:58
  3. 3 Integrativ « Feuervogel Trackback zu 25. Juni 2009 um 11:26

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