Archiv der Kategorie 'Befinden'

Heute

dann Barcelona bis Dienstag… Wir lesen uns.

der Beschleunigungsstreifen

Der Beschleunigungsstreifen heißt Beschleunigungsstreifen, weil er zum beschleunigen ist. Beschleunigen! Zackig auf die Auffahrt druff fahren, den Rück- und Seitenspiegel beachten, reagieren, wenn sich unsereins mit Lichthupe, Winken und Abbremsen* bis die Brut nach vorne rutscht ein Bein rausreißt, um die Auffahrenden reinzulassen und in den Verkehr einfädeln, ohne diesen zum Stehen zu bringen und Auffahrunfälle zu produzieren. Ist das so schwer? Man, autofahren macht mich meistens manchmal sowas von grantig.

* So mancher Vollspacken eiert ja auf dem Beschleunigungsstreifen rum, um dann blind nach links rüber zu ziehen.

von dem Gefühl, in die Rücklichter zu schauen

Wir haben gelacht und geredet. Wir haben Wein und Bier getrunken. Wir haben besichtigt und fotografiert. Wir haben in der Sonne gefaulenzt und Fahrradtouren unternommen. Wir haben gebummelt und geshoppt. Wir haben uns “gehauen” wie früher. Wir haben festgestellt, dass die diversen Kinder die gleichen Macken haben und dass am Erbgut doch was dran sein muss. Wir haben gegessen, viel und gut gegessen. Wir haben laute und leise Musik gehört. Wir waren meistens lustig und albern, manchmal auch ernst und besonnen. Wir hatten uns gerade wieder so an einander gewöhnt.

Und dann kommt er, der Moment. Und ich will mich da sofort in dem Moment auf die heiße Straße setzen, die Finger in den Sand graben und hinter dem Auto herheulen. Den Kindern jedoch geht es genau so und sie trösten mich sogar. Der DüneSiebenMann zählt mir all’ die schönen Voraussichten auf (Barcelona mit der Freundin am nahenden Wochenende, der Sommer, der geplante Namibia-Urlaub im Dezember) und ich steh auf, geh in den Garten und versuche den ganzen Tag, meine Gedanken zu sortieren. Versuche, die das-war-früher-DüneSieben und das-ist-jetzt-DüneSieben übereinander zu legen und die ideale Schnittmenge zu leben.

Perfekt

Der gestrige Geburtstag war perfekt. Das Wetter war perfekt, die Kuchen (süße und salzige, selbst gebacken und mitgebracht) waren perfekt, der Prosecco war perfekt, das kleine Fass Bier war perfekt, die Holzterrasse war perfekt, das Trampolin war perfekt, die 12 Kinder haben sich perfekt verstanden, die Unterhaltung war perfekt, die Musik war perfekt, das Ende war perfekt und die Kinderfüße abends perfekt schwarz. So schwarz, dass eine Vorwäsche unter der Dusche erforderlich war, bevor sie in die Wanne konnten. Das war wohl ein perfektes Aufwärmen für den nächstes Jahr anstehenden 40. Dann aber bitte unter gleichen perfekten Bedingungen.

Habt vielen Dank für die Glückwünsche in den Kommentaren, per Email und per SMS. Ich habe mich über jeden einzelnen sehr gefreut. Ihr Bloggerinnen rockt.

Der Zopf

Nun geht es also wieder los. Kaum sind die Haare über die Ohren gewachsen, werden sie auf Krampf in einen Zopf gesperrt. Ich komme mir vor, wie früher in der Grundschulzeit. Mama, darf ich meine Haare wachsen lassen? Ja, ich habe in der Tat um Erlaubnis gefragt, die Haare wachsen zu lassen. Und bin prompt 3 Tage später mit “Zöpfen” in die Schule. Meine Mutter hat es zwar immer erlaubt, aber immerhin, ich habe gefragt. Hängt sicherlich damit zusammen, dass wir Schultracht hatten und die Haare ab einer gewissen Länge halt zu einem Zopf binden mussten. Lange oder auch nur längere Haare bei den Jungs gab es nicht. Wurde alles regelmäßig kontrolliert. Auch Schminken und Nagellack war tabu, aber einem gewissen Alter allerdings war wenigstens durchsichtiger erlaubt. Grenzt schon ein wenig an ein Wunder, dass ich mir mit 19 nicht alles gleichzeitig ins Gesicht geklatscht habe…

Na, Frau Ami neidisch? Aber soll ich Ihnen mal was sagen: ich habe schon wieder dieses altbekannte Ziepen am Hinterkopf und meine Haare sind ja nun weiß Gott noch nicht lang.

nun sind sie weg

Schön, so ein grauer Dienstagmorgen in Schleswig Holstein, wissend, dass die Kindelein in die Sonne fahren. Der Abschied war okay, ich habe mich sehr zusammengerissen. Töchterlein wollte immer wieder und wieder umarmt werden, Sohnemann ertrug die Abschiedsszene mit stoischer Miene, allein beim Einsteigen in den Zug nochmal ein leicht blasser, hilfesuchender Blick in meine Richtung. Ich sehe im Geiste Töchterlein hinter dem Zugfenster noch winken wie eine Windmühle und Sohnemann nervös um sich schauen, wer sich denn neben ihn setzt. Ich sehe auch das Mädchen mit der roten Jacke, so bitterlich weinend. Und die Mutter ganz tapfer Kusshändchen werfend.

Nun sind sie weg und was nicht beschriftet vergessen ist, ist halt nicht beschriftet vergessen. (Ich hatte noch kurz daran gedacht, den Edding mit zum Bahnhof zu nehmen. Man weiß ja nie. Ich kann mich aber zum Glück im richtigen Moment zusammenreißen. Naja, meistens. Allgemein bestaunt by the way, wurde die Tatsache, dass außer meinen Kindern nur noch zwei andere ein Namensschild an der Tasche hatten. Da sehen Sie mal, meine Damen und Herren…)

Jetzt ist Ruhe bis Samstag und ich habe Zeit, mich mal ganz auf meine Große zu konzentrieren. Aufatmen!

Zeit

Am Ende ist es immer die Zeit, die einem davonläuft.

Ich weiß seit Monaten, dass die Zwillinge morgen auf Klassenfahrt fahren. (Ja, heulen Sie mit mir, wenn es morgen um 9h06 heißt, meinen “Kleinen” hinterher zu winken.) Und fange trotzdem erst heute mit dem Packen an ich musste gestern Abend erst einmal zu einer Mutter fahren, da ich die Packliste verloren hatte. Shame on me.

Ich weiß auch seit vier Wochen, dass der Beratungstermin beim Arbeitsamt ansteht und ich dafür noch eine einige Unterlagen zusammensuchen muss.

Es ist auch nicht völlig neu, dass der Mann eine Ladung Kuchen mit in die Firma nimmt, wenn er Geburtstag hat.

Klartext: Ich vergrabe mich bis Mittwoch und dann sage, bzw zeige ich hierzu, hierzu und hierzu etwas.

Am liebsten würde ich mich jedoch in der Sonne zusammenrollen und schlafen, aber dieses Recht ist dem Samtpfötchen vorbehalten.

nur so

Der gestrige Tag ging DüneSieben-beitragslos dahin, was mit Sicherheit kein Verlust für die Menschheit ist. Nur ich fühlte mich so, als hätte ich etwas wichtiges nicht erledigt. Und damit der heutige Tag sich nicht auch noch beitragslos dem Ende nähert, hiermit den wenigen, die hier doch noch einmal langsurfen heute ein fröhliches cheers mit einem - na klar - südafrikanischen Chardonnay, den man auch bedenkenlos in der 3l Box kaufen kann. Sieht nicht so vornehm aus, aber man hat immer einen guten Wein auf Lager!

Haben Sie einen schönen Frühlingsabend da draußen!

Selbstbräuner

Hat jemand da draußen Erfahrungen mit Selbstbräunungs Badieloschin? Normalerweise war ich um die Zeit gerade in Namibia und trage schon die erste zarte Bräune stattdessen habe ich mich, ähnlich wie Frau Wortteufel, den Chirurgen hingegeben. Dem ist dieses Jahr nicht, meine Sommersprossen prangen auf bleicher Haut. Bevor ich mal wieder einen totalen Spontankauf hinlege, würde ich mich über Tipps meiner werten Leserschar (öhöm!) freuen.

count your blessings

In diesen Zeiten des Kosums, in diesen Zeiten des Kaufens und doch immer mehr haben wollen, in diesen Zeiten, wo wir uns beschweren, dass die Kinder nicht funktionieren, wir uns den erträumten Urlaub nicht leisten können, oder auch nur - ganz aktuell - das Wetter nicht nach unserer Nase tanzt und wir die Eier morgen nicht in der lauen Frühlingssonne suchen können, denke ich oft count your blessings. Es ist einer der vielen Sprüche, die meine Mutter immer so vor sich hinmurmelt und die in meinem Leben immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Warum noch eine weitere neue CD kaufen? Höre doch mal wieder die alte Pink Floyd, die alte Sting, die schöne  Loreena McKennitt, die du schon Jahre nicht mehr gehört hast und immer wieder unter die Haut geht. Count your blessings.

Warum sich über das Wetter grämen? Schnapp dir die Kinder und schau dir ‘ne DVD an, die du schon ewig mit den Kinder zusammen sehen wolltest. Count your blessings.

Warum sich verzehren nach teuren Restaurants? Koch mit dem Liebsten zusammen so richtig richtig lecker und ganz nach eurem eigenen Geschmack, öffnet den besten Rotwein, den ihr habt und genießt einfach die Zweisamkeit. Count your blessings.

Es gibt so vieles, wofür man - ich - dankbar sein kann, man muss es nur sehen. Sehen wollen.

(Dies ist ein Betrag geschrieben unter dem leicht religiösen Einfluss der Ostertage, aber vor allem rückblickhaltend: “vor zwei Jahren”, als die Tochter gerade rechtzeitig zu Ostern wieder zu Hause war. Nach zwei Schädeloperationen, eine davon eine Not OP mitten in der Nacht. I am counting my blessings!)

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