Archiv der Kategorie 'Befinden'



count your blessings

In diesen Zeiten des Kosums, in diesen Zeiten des Kaufens und doch immer mehr haben wollen, in diesen Zeiten, wo wir uns beschweren, dass die Kinder nicht funktionieren, wir uns den erträumten Urlaub nicht leisten können, oder auch nur - ganz aktuell - das Wetter nicht nach unserer Nase tanzt und wir die Eier morgen nicht in der lauen Frühlingssonne suchen können, denke ich oft count your blessings. Es ist einer der vielen Sprüche, die meine Mutter immer so vor sich hinmurmelt und die in meinem Leben immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Warum noch eine weitere neue CD kaufen? Höre doch mal wieder die alte Pink Floyd, die alte Sting, die schöne  Loreena McKennitt, die du schon Jahre nicht mehr gehört hast und immer wieder unter die Haut geht. Count your blessings.

Warum sich über das Wetter grämen? Schnapp dir die Kinder und schau dir ‘ne DVD an, die du schon ewig mit den Kinder zusammen sehen wolltest. Count your blessings.

Warum sich verzehren nach teuren Restaurants? Koch mit dem Liebsten zusammen so richtig richtig lecker und ganz nach eurem eigenen Geschmack, öffnet den besten Rotwein, den ihr habt und genießt einfach die Zweisamkeit. Count your blessings.

Es gibt so vieles, wofür man - ich - dankbar sein kann, man muss es nur sehen. Sehen wollen.

(Dies ist ein Betrag geschrieben unter dem leicht religiösen Einfluss der Ostertage, aber vor allem rückblickhaltend: “vor zwei Jahren”, als die Tochter gerade rechtzeitig zu Ostern wieder zu Hause war. Nach zwei Schädeloperationen, eine davon eine Not OP mitten in der Nacht. I am counting my blessings!)

Ostern in der Schwebe

Manche haben ja schon den kompletten Menüplan für Ostern im Kopf. Ich habe noch nicht mal eine Ahnung, wo wir Ostern überhaupt sein werden… Ob frierend an eine Grillwurst geklammert vor dem Wohnwagen in DK oder - angesichts DIESER Wettervorhersage -

Trend für die Region Thisted  
Ortszeit Sa, 22.03. So, 23.03. Mo, 24.03.
Tiefst-
Temperatur
-5°C -5°C -3°C
Höchst-
Temperatur
-2°C 2°C 3°C
Wetter unterschiedlich bewölkt unterschiedlich bewölkt unterschiedlich bewölkt, Schneeschauer
Wind NO 4 NO 3 NW 3
 

doch zu Hause, wo es nicht sonderlich “wämer” sein soll, aber immerhin haben wir es hier behaglich. Also: gewinnen Grillwurst, Punsch und alles wärmende im Wohnwagen, oder wird es eher stilvoll im Hause DüneSieben mit Lamm, Rotwein und Marzipaneiern? Jedenfalls wäre ich gern nur einmal im Leben so gut organisiert und hätte einen Menüplan für vier Tage im Voraus in der Tasche…!Der DüneSiebenMann sieht es sehr gelassen, ich wollte gestern Abend eine Aussage aus ihm rauszwingen, sein Kommentar dazu et kümmt wie et kümmt.

Übrigens, in meiner Heimat sieht es wettertechnisch so aus:

Vorhersage für die Region Walvis Bay  
Text Mi, 19.03. Do, 20.03. Fr, 21.03.
Tiefst-
Temperatur
15°C 15°C 16°C
Höchst-
Temperatur
24°C 26°C 19°C
Vormittag meist sonnig meist sonnig meist sonnig
Nachmittag meist sonnig meist sonnig meist sonnig
Abend leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt

Da werden sie wohl alle Schokohasen vor dem Verstecken einfrieren müssen, damit sie nicht wegschmelzen…!

Agentur für Arbeit und Schnitzel

Oder auch Arbeitsamt und Schnipsel:

  • ich würze und paniere schon jetzt die Putenschnitzel, dann geht es nachher schneller, wenn die hungrigen Kindelein neben mir stehen…
  • anschließend melde ich mich ratsuchend…
  • die RestQualitäten der DüneSieben dürfen nicht zu sehr einsanden…
  • Zehn Jahre ach-so-erfolgreiche Managerin des berühmten kleinen Familienunternehmens reichen dann auch…
  • wie jubel ich der nicht-Blattalat-essenden Tochter auch mal einen Salat unter?
  • wer will eigentlich noch so eine wie mich einstellen, nach 10 Jahren nur Haushalt auf’m Buckel?

the Katerviech and I

Und schon wieder ein Foto, das ich an diesem grauen verregneten düsteren nassen ekligen Donnerstag durchaus stimmungsaufhellend finde…

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(Das Gute am Norden ist ja, dass durchaus heute Nachmittag die Sonne scheinen kann!)

edit … und ich höre per SMS von meiner Mutter, dass es bei denen so heiß und schwül ist. Und dass sie deswegen kaum schlafen konnten und heute Morgen um 7 Uhr schon 31°C hatten. Das nur mal so am Rande, der Wettergott kann es ja auch nicht allen recht machen. Und ich glaube, meine Hoffnung, die Sonne heute nochmal zu sehen, hat sich erledigt. Feuer statt dessen den Ofen an und leg schonmal einen schönen Rotwein raus für heute Abend.

Heute keine Haarwäsche

Gestern war ich beim Friseur. Über das normale Waschen/Schneiden/Selberföhnen-Programm hinaus gab es noch Strähnchen, Haarkur und Wimpernfärben. Meine Haare duften, als würde man die Nase mal eben kurz ins Paradies halten: Kokos, Vanille, ein Hauch Limette. Darum wasch ich sie heute nicht, ganz entgegen meiner sonstigen Angewohnheit. Wäre ja schade um den tollen Duft.

(Und hier schneit es am 4. März2008, um 9h20 und bleibt sogar liegen!)

Edit Fotos:

bnewhair2.jpgbnewhair1.jpg

Einmal Länge zeigen, einmal von oben Strähnchen zeigen. Besonderheiten am Rande: Der Läusekamm  auf der Fensterbank!

back on track (2)

Bei dem letzten Versuch wurde ich abrupt durch kranke Kinder unterbrochen. Es folgten eine Stippvisite des Herrn Noro, zum Glück bin ich verschont geblieben.

Nun aber: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich einen kurzen Bericht der OP schulde. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank aber auch für die vielen lieben Worte. Es hat gut getan! Wer OP Berichte nicht mag, bitte jetzt ein anderes interessantes Blog Ihrer Wahl anklicken!

Also, wie so vieles im Leben, verbinde ich auch diese OP und den Krankenhausaufenthalt mit Musik. Am Morgen bevor ich in den OP geschoben wurde versuchte ich meine Flatternerven mit “Ghost in this house” (hier von Alison Kraus, aber um Meilen besser im Original von Nils Landgren) zu beruhigen. Meine Bettnachbarin war direkt vor mit dran (auch Hysterektomie) und sie wurde von der “LmaA” Beruhigungstablette komplett ausgeschaltet und konnte sich an nichts erinnern, nicht wie sie aus dem Zimmer geschoben wurde und schon gar nicht an die Prozedur in der Schleuse. (”Schleuse”. “Der Patient wird geschleust”. Finde ich so gruselig.) Ich für meinen Teil durfte das im knallwachen Zustand genießen. Zwar leichte “scheißegal-Haltung”, aber dennoch wach aus dem Zimmer geschoben worden, in die Schleuse, selbst auf den gynäkologischen OP-Stuhl geklettert, dabei überhört wie der eine Pfleger zu dem anderen (offensichtlich neuen) sagte: “hier mußt du aufpassen, mir ist gestern jemand fast abgestürzt, hätte ich nicht hier gestanden”. Gedacht, wie beruhigend, dass ich mich noch um mich selbst kümmern kann und mich nicht im Tiefschlaf in die Obhut eines ungelernten Pflegers geben muß! Schön artig Faust gemacht für den Venenzugang und sogar noch erinnert, dass der rechte Arm die bessere Vene bietet. Dann in den OP, mich aufgesetzt so gut es eben ging auf DEM Stuhl und dann doch etwas beduselt. Aber immerhin versucht, aufzusetzen. Wann ist man schon mal live und in Farbe im OP? Als die Narkose gespritzt wurde noch hektisch die Augen aufgerissen, damit sie nicht anfangen, bevor ich richtig weg bin. Das muß sehr komisch ausgesehen haben, jedenfalls instruierte mich die Anästhesistin “schließen Sie doch einfach die Augen, Sie müssten jetzt auch sehr müde werden”. Beim Aufwachen nach der OP unter einer großen Uhr gelegen, die stundenminutenlang mit zusammen gekniffenen Augen fixiert, um Herr der Lage zu werden und die Sache wieder selbst in die Hand zu nehmen. Festgestellt, dass ich insgesamt 2,5 Stunden weg war. Immer wieder weggedrömelt und im Drei Sekunden Takt  in regelmäßigen Abständen genervt, dass ich aufs Klo muss. Die Schwestern im Aufwachraum müssen Nerven wie Stahlseile haben, sie meinten immer wieder “lassen Sie’s laufen, sie haben einen Katheter”! Ich hasse allein die Vorstellung eines Katheters und war in der irren Annahme, wenn ich nur laut und anhaltend genug jammere, wird der pronto entfernt. Weit gefehlt. Bis zum nächsten Nachmittag hatte ich das Vergnügen kathetirisiert zu sein. Als ich wieder im Zimmer lag, mit letzter Kraft meinen Eltern eine “ich habe überlebt” SMS nach Namibia geschickt. Als meine Mutter sich dafür bedankte, verwirrt unter “Gesendet” nachgeguckt - es muss tatsächlich ICH gewesen sein, ich hebe sie mir als Beweis auf, zu was man imstande ist, unmittelbar nach einer Narkose. Ich kann mich nicht an das Verfassen einer SMS erinnern. So ging der Rest des OP Tags zur neige. Abends leichtes Kötzeln, gefolgt von einem Fencheltee und Zwieback. Rückblickend wenig spektakulär, wenig Schmerzen, frühes Wecken (Warum nur, warum muss ein frisch operierter Patient morgens um 4h45 geweckt werden, zum “Waschen” mit einem Feucht-Einmal-Waschlappen aus der Packung?), viel Lesen, viele Tulpen, viel Moby und Coldplay und dann endlich am Montag, 5 Tage nach OP, nach Hause!

Zu Hause eine Woche Entspannung, der DüneSiebenMann hatte Urlaub und Haushalt, Kinder, Hausaufgaben, Kindertaxifahrten und Kater fest im Griff. Einige Male lag ich oben im Bett, frühmorgens, und fragte mich, warum es unten so harmonisch und wenig hektisch klingt und warum ICH oft schon morgens um 6h15 Schweißflecken bis zur Taille habe?

Die zweite Woche brachte - Sie wissen schon Noro und so weiter. Die dritte Woche bescherte mit am Montag mit krankem Mann und genesender Großen, Dienstag und Mittwoch dann nur noch mit genesendem Mann.

So, und jetzt sehe ich mich als soweit erholt an, dass ich wieder ganz langsam einsteigen kann. Es folgen Elternabende (von mir, der ewigen Elternvertreterin, organisiert), Besuche bei der örtlichen und dörflichen Plattdeutschen Theoter Aufführung, Orthopädenbesuch mit der Tochter und andere Alltagsdinge im Leben der DüneSieben.

Es war schön, viel auf der Couch zu liegen, fernzusehen bis die Augen schmerzen und zu lesen, lesen, lesen, aber noch schöner ist es, wieder back on track zu sein!

Die Große jetzt

übrigens auch

edit: und der Mann ist mit Fieber und Kodderigkeit um 12h30 hier eingekehrt. Ich reiche Magen-Darm-Tee, Zwieback, Schüsseln und Vomex Zäpchen. Dazwischen pfeif ich mir eine GA Folge nach der anderen auf DVD rein. Mir geht es gut, Kaffee und Kuchen schmecken noch!!.

oh, what a circus, oh what a show!!

Ah Herr Noro, schon so viel von Ihnen gehört. Wollte mir das Kennenlernen eigentlich für einen Moment aufbewahren, wo ich ein klitzekleines bißchen besser auf den Beinen bin. Aber man kann sich die Dinge nicht aussuchen, schon gar nicht als Mutter. So bleibt mir nichts anderes, als meinem brechendenkotzenden Sohn den Rücken zu streicheln, während er sich entleert. Und aufpassen, daß er nicht im Klo ertrinkt, dünn dünner am dünnsten wie er jetzt ist.

Wenn ich eine Bitte äußern dürfte: Wenn Sie so nett wären und gehen würden, ohne den Schwestern und den Eltern Ihren fiesen Atem ins Gesicht zu hauchen?? Ich weiß nicht, ob meine Bauchmuskulatur Noro-Krämpfe schon aushalten kann. Danke!

back on track?

Gerade eben als ich dabei war, einen Beitrag rückblickend über die OP und die Tage danach zu verfassen (und dabei schon ein fieberndes Töcherlein im Kinderzimmer liegen habe), klingelte das Telefon mit der Hiobsbotschaft der Klassenlehrerin des Zwillingsbruders, dass der auch krank ist und abgeholt werden möchte! Krankes Zwillingsduo - sie fiebert, er kübelt.

So schnell ist man also back on track!

(Gerade heute, wo ich nochmal extrem schoning machen wollte und der DüneSiebenMann frühstens um 18h00 auf der Matte stehen kann. Zum Glück kommt die patente Große “schon” um 14h20 nach Hause. Und zum Glück habe ich noch einen halbgefüllten Topf Hühnereintopf von Samstag.) Wenn’s kommt, dann dicke oder wie war das nochmal?

Edit 12h50: Brechdurchfall beim Sohn. 39,2° bei der Tochter. Schnell in die Runde gefragt: was HILFT wirklich bei Brechdurchfall? (Er ist doch schon so dünn, mein kleiner Großer!)

home sweet home!

Seit 12h30 wieder.

Allerherzlichsten Dank für die vielen guten Wünsche!! Ist alles prima verlaufen. Mehr von der Front ab morgen.

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