Archiv der Kategorie 'Familienleben'

Flugpreise

Früher, als die Kinder klein waren, waren wir so darauf bedacht, nochmal nach Namibia zu fliegen, solange sie unter zwei sind, oder zumindest teilweise unter zwei. Dann kamen die Jahre, wo sie halt den Kinderpreis zahlen. Jetzt stelle ich fest, dass die Große, wenn wir im Dezember nach Namibia fliegen, schon zwölf ist und somit den vollen Erwachsenenpreis zahlen muss. (Bzw. zahlen natürlich wir, die Eltern und nicht das Kind selbst.) Eine Tatsache, die ich nicht bedacht habe und die mich mit den Zähnen knirschen lässt.

(Und nebenbei stelle ich natürlich fest, wie groß sie wird, die Große und unsere Kinder überhaupt. Sie wachsen und gedeihen und die Mädels erblühen und sind so frisch. Und sind alle drei so voller Lebenslust und Tatendrang. Schön, das so zu erleben.)

Perfekt

Der gestrige Geburtstag war perfekt. Das Wetter war perfekt, die Kuchen (süße und salzige, selbst gebacken und mitgebracht) waren perfekt, der Prosecco war perfekt, das kleine Fass Bier war perfekt, die Holzterrasse war perfekt, das Trampolin war perfekt, die 12 Kinder haben sich perfekt verstanden, die Unterhaltung war perfekt, die Musik war perfekt, das Ende war perfekt und die Kinderfüße abends perfekt schwarz. So schwarz, dass eine Vorwäsche unter der Dusche erforderlich war, bevor sie in die Wanne konnten. Das war wohl ein perfektes Aufwärmen für den nächstes Jahr anstehenden 40. Dann aber bitte unter gleichen perfekten Bedingungen.

Habt vielen Dank für die Glückwünsche in den Kommentaren, per Email und per SMS. Ich habe mich über jeden einzelnen sehr gefreut. Ihr Bloggerinnen rockt.

Bude voll

Das DüneSiebensche Haus platzt aus allen Nähten. Fast, zum Glück ist es groß. Die Familie aus Namibia ist angerückt und seit gestern knallen Türen und Proseccokorken, ist der Fußboden übersät mit angefangen und hastig wieder ab gebrochenen, weil doch bessere Idee, Gesellschaftsspielen, der Geschirrspüler läuft gefühlt non-stop, es steht immer etwas zu Essen auf dem Eßtisch plus eine Kaffee und Teekanne. Der erste Spargel an Rauchfleisch aus Namibia gestern Abend hat vorzüglich gemundet, der Besuch probiert sich durch die deutschen Biersorten, die Kinder, obwohl sie alle deutsch sprechen, bemerken doch feine Unterschiede. So nennen die Namibiakinder einen Spray auch wirklich einen Spray und nicht einen Schpree, die Schwägerin sucht nach einem Tupperware und nicht nach einer Tupperdose, Weelahn nennen sie kurz wireless, ein Henndie ist ein cellphone und ein Kombi ist bei denen ein VW Bus. Ich bin etwas konfus, fühle mich doch auf beiden Seiten zu Hause. Aber unterm Strich sprechen wir ja alle die selbe Seelen Familiensprache.

Und morgen helfen sie mir alle, 39 zu werden. Ich tauch mal wieder unter! Haben Sie ein schönes sonniges Wochenende da draußen in Nord und Süd.

Eulenschuhe

Das erinnert mich an die Schuhe, welche die Große in DK gesehen hat. Gar hässliche Schuhe, wie ich finde, aber ich bin ja nicht gefragt… Schuhe mit Eulenmuster. Diese Eulen Schuhe lassen die Tochter nicht mehr los und erscheinen ihr wahrscheinlich im Traum. Kein Schuh dieser Welt, den wir uns in den nächsten Wochen hier angucken werden, wird jemals an diese beknackten Eulen heranreichen. Beim nächsten DK Besuch müssen wir einen riesengroßen Bogen um dieses Schuhgeschäft machen.

Stille, Weiß, Dänemark

Klischeehaft, wie es klingen mag, ich muss es trotzdem sagen: Es war ein Traum! Es war weiß, es war kalt, es war still, es war Winter, es war Dänemark! Knirschender Schnee unter den Füßen beim Gang zu den Toiletten auf dem Campingplatz früh morgens und glitzernde Sterne beim Gang an die frische Luft zwischen zwei Saunagängen abends. Leider auch fiebernde Kinder, Sohnemann hat den Wohnwagen fast ausschließlich von innen gesehen.

Was für uns noch vor kurzem unvorstellbar war und für viele eine Horrorvorstellung ist, haben wir wahr gemacht: einen Wohnwagen in DK. Und suhlen uns freudig in der Voraussicht, spontan Wochenenden und die Sommerferien dort zu verbringen.

morgens:

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mittags:

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abends:

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count your blessings

In diesen Zeiten des Kosums, in diesen Zeiten des Kaufens und doch immer mehr haben wollen, in diesen Zeiten, wo wir uns beschweren, dass die Kinder nicht funktionieren, wir uns den erträumten Urlaub nicht leisten können, oder auch nur - ganz aktuell - das Wetter nicht nach unserer Nase tanzt und wir die Eier morgen nicht in der lauen Frühlingssonne suchen können, denke ich oft count your blessings. Es ist einer der vielen Sprüche, die meine Mutter immer so vor sich hinmurmelt und die in meinem Leben immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Warum noch eine weitere neue CD kaufen? Höre doch mal wieder die alte Pink Floyd, die alte Sting, die schöne  Loreena McKennitt, die du schon Jahre nicht mehr gehört hast und immer wieder unter die Haut geht. Count your blessings.

Warum sich über das Wetter grämen? Schnapp dir die Kinder und schau dir ‘ne DVD an, die du schon ewig mit den Kinder zusammen sehen wolltest. Count your blessings.

Warum sich verzehren nach teuren Restaurants? Koch mit dem Liebsten zusammen so richtig richtig lecker und ganz nach eurem eigenen Geschmack, öffnet den besten Rotwein, den ihr habt und genießt einfach die Zweisamkeit. Count your blessings.

Es gibt so vieles, wofür man - ich - dankbar sein kann, man muss es nur sehen. Sehen wollen.

(Dies ist ein Betrag geschrieben unter dem leicht religiösen Einfluss der Ostertage, aber vor allem rückblickhaltend: “vor zwei Jahren”, als die Tochter gerade rechtzeitig zu Ostern wieder zu Hause war. Nach zwei Schädeloperationen, eine davon eine Not OP mitten in der Nacht. I am counting my blessings!)

Ostern in der Schwebe

Manche haben ja schon den kompletten Menüplan für Ostern im Kopf. Ich habe noch nicht mal eine Ahnung, wo wir Ostern überhaupt sein werden… Ob frierend an eine Grillwurst geklammert vor dem Wohnwagen in DK oder - angesichts DIESER Wettervorhersage -

Trend für die Region Thisted  
Ortszeit Sa, 22.03. So, 23.03. Mo, 24.03.
Tiefst-
Temperatur
-5°C -5°C -3°C
Höchst-
Temperatur
-2°C 2°C 3°C
Wetter unterschiedlich bewölkt unterschiedlich bewölkt unterschiedlich bewölkt, Schneeschauer
Wind NO 4 NO 3 NW 3
 

doch zu Hause, wo es nicht sonderlich “wämer” sein soll, aber immerhin haben wir es hier behaglich. Also: gewinnen Grillwurst, Punsch und alles wärmende im Wohnwagen, oder wird es eher stilvoll im Hause DüneSieben mit Lamm, Rotwein und Marzipaneiern? Jedenfalls wäre ich gern nur einmal im Leben so gut organisiert und hätte einen Menüplan für vier Tage im Voraus in der Tasche…!Der DüneSiebenMann sieht es sehr gelassen, ich wollte gestern Abend eine Aussage aus ihm rauszwingen, sein Kommentar dazu et kümmt wie et kümmt.

Übrigens, in meiner Heimat sieht es wettertechnisch so aus:

Vorhersage für die Region Walvis Bay  
Text Mi, 19.03. Do, 20.03. Fr, 21.03.
Tiefst-
Temperatur
15°C 15°C 16°C
Höchst-
Temperatur
24°C 26°C 19°C
Vormittag meist sonnig meist sonnig meist sonnig
Nachmittag meist sonnig meist sonnig meist sonnig
Abend leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt

Da werden sie wohl alle Schokohasen vor dem Verstecken einfrieren müssen, damit sie nicht wegschmelzen…!

Wir retten den Regenwald!

So, liebe Naturfreunde. Die Zwillinge, Drittklässler, retten heute Vormittag den Regenwald! Nachdem Begriffe wie Orangutans, Gummi, Latex und Tropenholz, hier im Hause in den letzten Wochen an der Tagesordnung waren, gipfelt es sich heute in einem Flohmarkt. Von dem Erlös kauft die Klasse ein Stück Regenwald. Diverses Kleinkindspielzeug, alte Bücher, Duplo und Pokemonkarten haben wir in die Schule gekarrt. Ich habe gleich Verkaufsdienst von 9-12 und werde versuchen, den köstlich duftenden Streuselkuchen den ich mir jetzt auf der Stelle reinhauen könnte an dem Mann zu bringen.

Haben Sie ein schönes Wochenende da draußen!

Ob Familie Antonmann wohl Curry mag?

(edit: Vielleicht kann Ami, die Mutter des Patenkindes der Frau Antonmann, ja eine Angabe zu Familie Antonmann und der Sache mit dem Curry machen?)

Diese Frage treibt mich seit gestern um. Am Samstag ist es soweit: DüneSieben trifft Frau Antonmann. Und so gleitet eine Frage in die nächste und ich muss etwas weiter ausholen:

Ich bin geborene Südafrikanerin, genauer gesagt Namibierin. Das ist ja sozusagen eins, vor allem zur Zeit meiner Kindheit, als Namibia politisch gesehen, ein verlängerter Arm Südafrikas war. Kulturell und kulinarisch ist die namibische Tradition sehr an die südafrikanische gelehnt. Wobei in Namibia die Deutschen ihre Spuren in jeglicher Hinsicht sehr deutlich in den Sand gedrückt haben. Der Einfachheit halber sage ich aber anfangs oft, dass ich Südafrikanerin bin und erst wenn ich Menschen näher kennenlerne, gehe ich ins (namibische) Detail.

Der Südafrikaner an sich ist sehr gesellig, gastfreundlich und liebt eine große, fröhliche und bunte Runde bei Tisch. Essen steht im Mittelpunkt, ist aber eher einfach gehalten und sehr fleischlastig. Mit einfach gehalten meine ich, dass eben das gesellige Zusammenessen im Vordergrund steht und nicht das komplizierte, vertüddelte Zubereiten der Speisen, das eine gestresste und überforderte Köchin lasch am Tisch hängen lässt. So bin ich aufgewachsen. Rollte Besuch an, wurde im Vorfeld gebacken und gekocht. Das hat Tradition. In diesem riesigen Land, hat man möglicherweise auch eine lange Fahrt hinter sich, ohne die Möglichkeit bei einem goldenen M einzukehren oder eine Bockwurst an der Tanke zu futtern. Die Kehle ist trocken vom Staub und der Magen hängt durch. Es werden leckere Speisen aufgefahren. So einfach ist das.

So auch, wenn die Antonmänner kommen. Sie haben dann zwar keine staubige Fahrt hinter sich, wohl aber eine längere. Und gesellig soll es sein. Und ich kann nunmal nicht anders und überlege mir schon seit einigen Tagen was koch ich bloß?? Zehn Leute sollen satt und möglichst alle Geschmäcker sollen getroffen werden. Und es soll gut vorzubereiten sein.

Gedanklich bin ich bei Bobotie gelandet. Bobotie ist ein Hackauflauf, gewürzt mit (in meinem Fall der Kinder wegen mildem) Curry, leicht süßlich abgeschmeckt und serviert mit gelbem (mit Kurkuma gefärbtem) Reis. Bobotie ist im südlichen Afrika durchaus besuchertauglich, auch wenn es für den europäischen Geschmack fraglich erscheinen mag, Gästen HACK vorzusetzen! Wie ich eben schon sagte, der Südafrikaner is(s)t unkompliziert… Und bei meiner Suche nach einem Bobotie-Foto (warum habe ich, die schon 199mal Bobotie zubereitet hat, eigentlich noch NIE ein Foto gemacht? Das wird, sollte es Bobotie am Samstag geben, aber nachgeholt!), stoße ich im Netz auf allerlei gekünstelte Versionen von Bobotie. Und das soll er nicht sein, der Bobotie! Er soll einfach und bodenständig und nicht gestylt sein.

Zurück zu den Antonmännern: Ich weiß lediglich, dass zumindest die Antonfrauen keine Rosinen mögen, die gehören in beides, in den Bobotie und den gelben Reis, würde ich aber selbstverständlich weglassen. Ich glaube, meinem Mann rollen sich auch jedes Mal leicht die Zehnägel auf, wenn mir Rosinen etwas großzügig in den Reis rutschen, damit muss man wahrscheinlich aufgewachsen sein, mit dieser herzhaft/süßen Note.

Also, liebe Frau Antonmann, sollten Sie nochmal 20 Kronen in einem dänischen Merko versurfen und hier reinlugsen, würden Sie so nett sein und mir zurufen: Curry ja okay, oder nein, geht genau wie Rosinen, gar nicht? Dann würde ich auf Lasagne umsteigen! Und nochwas: Wir freuen uns auf Sie!

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    Die Sache mit den zwei Familien

    Ich finde, dass ich zwei Familien habe. Meine Ursprungsfamilie, die da wären Vater, Mutter und zwei (ältere) Brüder. Und meine “richtige” Familie, Mann und drei Kinder.

    Meine Ursprungsfamilie bezeichne ich jedoch nicht als Verwandtschaft, sondern eher als Urspung. Es sind zwei verschiedene Kreise, die natürlich oft verschmelzen, aber die ich im Grunde doch getrennt handhabe. Ich verhalte mich auch unterschiedlich in den verschiedenen Familienkreisen. In der Ursprungsfamilie herrscht ein anderer Humor. Es gibt Witze, angedeutete Witze, Wörter und Phrasen, wo wir uns nur angucken und losprusten und die Angeheirateten ziehen lediglich eine Augenbraue hoch. Es gibt Emotionen und Haltungen, die urspungsfamilientypisch sind, eine gewissen Emotionalität, die ich bei meinen Eltern und Brüdern beobachte, bei den Angeheirateten jedoch nicht oder ganz anders. Manches aus der Ursprungsfamilie habe ich abgelegt und bin froh darüber. Und kämpfe dagegen an, wenn ich mit der Ursprungsfamilie zusammen bin und die Verlockung groß ist. Man prägt und erzieht sich ja gegenseitig. Und dann kommen noch die Rollen dazu, die man in den Familien eingenommen hat und nie so richtig loswird. Ich werde wohl immer “die Kleine” bleiben, auch wenn ich selbst einmal Enkel habe…

    Ich brauche beides - ganz klar die jetzige Familie, aber auch die Urspungsfamilie. Ich brauche es, ab und zu mit einem meiner Brüder zu telefonieren und zur Begrüßung kostbares Geld zu verschwenden und erstmal eine Minute nur “wiehern” - eine Eigenart, die einer mal angefangen hat und die uns aneinander bindet. Ich brauche die morgendliche SMS meiner Mutter, mit Wetterbericht, was gerade im Garten blüht, ob die Sonne schon scheint und was sie und mein Vater an belanglosen Dingen so vorhaben. Ich brauche die Berichte der Schwägerinnen aus Namibia über die frechen Aussprüche meiner Neffen und Nichten. Das alles erfüllt mich mit Leben und zeigt mir, dass ich nicht nur hier und jetzt, in der jetzigen Familie einen Platz erfülle, sondern dass die Ursprungsfamilie auch noch aktiv ist.

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