Archiv der Kategorie 'Kinder'



Wir retten den Regenwald!

So, liebe Naturfreunde. Die Zwillinge, Drittklässler, retten heute Vormittag den Regenwald! Nachdem Begriffe wie Orangutans, Gummi, Latex und Tropenholz, hier im Hause in den letzten Wochen an der Tagesordnung waren, gipfelt es sich heute in einem Flohmarkt. Von dem Erlös kauft die Klasse ein Stück Regenwald. Diverses Kleinkindspielzeug, alte Bücher, Duplo und Pokemonkarten haben wir in die Schule gekarrt. Ich habe gleich Verkaufsdienst von 9-12 und werde versuchen, den köstlich duftenden Streuselkuchen den ich mir jetzt auf der Stelle reinhauen könnte an dem Mann zu bringen.

Haben Sie ein schönes Wochenende da draußen!

Ballerinas vs Erziehung

Da habe ich bei all dem Quergelese hier, hier, hier und hier über die Erziehung des Nachwuchs’ doch fast eine gänzlich andere Diskussion verpasst! Die um die Ballerinas!

Zur hitzigen Diskussion um Gewalt in der Erziehung bleibt mir nur noch zu sagen: Nichts wird heftiger diskutiert, als das (Wohl des) Kind(es). Und so sollte es auch sein. So reflektiert man sich selbst immer wieder und wessen Weg ist schon so perfekt und fehlerfrei, dass er/sie das nicht ab und zu mal tun sollte? Irgendwo habe ich in den Kommentaren gelesen, dass ein Erziehungsstil dann annähernd der richtige ist, wenn er mit Liebe gedeckelt/ummantelt ist. Ich glaube Mudder Seemann hat es so ähnlich ausgedrückt und hoffe, dass ich damit nicht eine neue Welle heranzüchte.

Und nun zu den Ballerinas: NOCH habe ich keine, aber jetzt erst recht sicherlich bald! Ist es mit den Ballerinas nicht so ein entweder-man-liebt-oder-hasst-sie, aber nichts dazwischen-Ding? Ja, sie können Panne aussehen. Ja, frau muss geschickt kombinieren. Ja, sie haben in Kombination Legging/gewisses Alter/nicht mehr ganz knackige Beine einen peinlichen Beigeschmack. Aber ich als 1,76m Frau war schon immer ein Freund von flachen Schuhen und habe letzten Sommer nur deswegen widerstanden, weil mein vielreisender Mann mir sehr eindrucksvoll erzählt hat, dass in ganz Europa Jung und Alt in diesen “äztenden” Ballerinas rumstackst! Aber diesen Sommer sind sie fällig und ich werde berichten…

So, Leute und jetzt alle wieder husch husch in ihre Körbchen Blogs und besinnen wir uns auf das, was uns alle verbindet: unseren Humor!!

Die Sache mit den zwei Familien

Ich finde, dass ich zwei Familien habe. Meine Ursprungsfamilie, die da wären Vater, Mutter und zwei (ältere) Brüder. Und meine “richtige” Familie, Mann und drei Kinder.

Meine Ursprungsfamilie bezeichne ich jedoch nicht als Verwandtschaft, sondern eher als Urspung. Es sind zwei verschiedene Kreise, die natürlich oft verschmelzen, aber die ich im Grunde doch getrennt handhabe. Ich verhalte mich auch unterschiedlich in den verschiedenen Familienkreisen. In der Ursprungsfamilie herrscht ein anderer Humor. Es gibt Witze, angedeutete Witze, Wörter und Phrasen, wo wir uns nur angucken und losprusten und die Angeheirateten ziehen lediglich eine Augenbraue hoch. Es gibt Emotionen und Haltungen, die urspungsfamilientypisch sind, eine gewissen Emotionalität, die ich bei meinen Eltern und Brüdern beobachte, bei den Angeheirateten jedoch nicht oder ganz anders. Manches aus der Ursprungsfamilie habe ich abgelegt und bin froh darüber. Und kämpfe dagegen an, wenn ich mit der Ursprungsfamilie zusammen bin und die Verlockung groß ist. Man prägt und erzieht sich ja gegenseitig. Und dann kommen noch die Rollen dazu, die man in den Familien eingenommen hat und nie so richtig loswird. Ich werde wohl immer “die Kleine” bleiben, auch wenn ich selbst einmal Enkel habe…

Ich brauche beides - ganz klar die jetzige Familie, aber auch die Urspungsfamilie. Ich brauche es, ab und zu mit einem meiner Brüder zu telefonieren und zur Begrüßung kostbares Geld zu verschwenden und erstmal eine Minute nur “wiehern” - eine Eigenart, die einer mal angefangen hat und die uns aneinander bindet. Ich brauche die morgendliche SMS meiner Mutter, mit Wetterbericht, was gerade im Garten blüht, ob die Sonne schon scheint und was sie und mein Vater an belanglosen Dingen so vorhaben. Ich brauche die Berichte der Schwägerinnen aus Namibia über die frechen Aussprüche meiner Neffen und Nichten. Das alles erfüllt mich mit Leben und zeigt mir, dass ich nicht nur hier und jetzt, in der jetzigen Familie einen Platz erfülle, sondern dass die Ursprungsfamilie auch noch aktiv ist.

ist ja ein Klacks

Zum Glück ist die Grundschule der Zwillinge “nur” 1,5km entfernt, denn ich fahr die Strecke gleich zum dritten Male und muss sie “nur” noch zwei Mal fahren heute. Talk about mom’s taxi und so.

(Gratulation an Frau…äh…Mutti zum neuen, leuchtenden Haarschopf - dat rockt, gute Frau!) (Und ich stand quasi Pate!)

Päckchen aus Namibia

Päckchen von/nach Namibia schicken ist ein nicht nur teures Unterfangen, sondern vor allem auch ein unsicheres. In Namibia haben viele Sachen einen ganz anderen Wert und so wittern viele fette Beute in Päckchen aus dem/ins Ausland. Da meine Mutter aber uns nur zu gern mit Kleinigkeiten erfreut, hat sie eine echte Spürnase entwickelt, für Gelegenheiten mit wildfremden Leuten, die nach Deutschland fliegen, eine Kleinigkeit “für die Kinder” mitzuschicken. In den Päckchen ist meist Naschkram für die Enkelkinder (die armen kriegen ja hier nichts!), Schlüsselanhänger (ganze Schubladen habe ich von dem Zeugs!), Postkarten mit Zebra-, Löwen oder Elefantenbabys, oder so Schnickeldi wie neulich ein paar Mokkalöffel aus ihrem Silberbesteck, das ich nach und nach erbe und wir als Espressolöffel mißbrauchen. Solche Päckchen sind herrlich! Der Duft allein ist der Hammer, ich rieche Namibia und freue mich immer über ein paar handgeschriebene Zeilen meiner Mutter…

Letzte Woche war es wieder so weit: Neben Nik Naks (kein Vergleich mit den hiesigen NikNaks), Smarties Mini Eggs, Gewürzen und dem obligatorischen Schlüsselanhänger, waren auch 20 Euro drin. Für die Kinder, damit ich ihnen in ihrem Namen eine Kleinigkeit kaufen kann zur Belohnung für deren Hilfe während meiner OP Zeit. Rührend. Das kann nur eine Vollblut-Oma.

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ich&ich und ich und die Kinder

In letzter Zeit immer wieder: Ich chauffiere die Kinder durch die Gegend, sie wollen ihren Lieblingssender N’Joy hören und dann erklingt auch deren Song der Woche: “Stark”. Sie singen den Refrain, ich hu-hu-hu-huuu dazu, mit theatralischem Blick in den Rückspiegel. Sie mögen das Lied immer noch. Ich habe es mir total überhört, geht halt schnell, wenn man es den ganzen Nachmittag aus einem der Kinderzimmer hört, im Wechsel mit “Vom selben Stern”.

Ach, Avril!

Das mit den Töchtern ist so:

Man bekommt ein schnuckeliges Baby, ein Mädchen, das erste Kind. Es ist ein Vorzeigebaby: Schläft, trinkt, lächelt und gluckst nach Plan. Begeistert alle drumherum. Die Eltern meinen, das ist Standard, bekommen flugs noch ein Kind, bzw. in unserem übereifrigen Falle gleich zwei auf einem Male. Das landet als gemischtes Doppel, nämlich Junge und Mädchen. Derweil ist das erste Herzekind zarte 22 Monate alt und entwickelt gerade eine recht starke Eigendynamik. Plötzlich ahnt man, das die entspannten Zeiten vielleicht für immer passe sind. Die Dinge um einen herum passieren einfach so, man ist fremdgesteuert, wie der DüneSiebenMann es so schön auszudrücken pflegte. Es folgen Jahre des Wickelns, Tragens, Kindergarten, Vorschule und bei der Einschulung meint man, jetzt kehrt Normalität ein. Tut sie auch, zumindest zwischenzeitlic für etwa 4 - 5 Jahre.

Und dann kommt das Monster Pubertät. Ich habe mich sehr davor befürchtet, fühle ich mich doch oft, als hätte ich gerade die Pubertät überwunden. Ich erinnere mich noch so gut an mich selbst in der Phase. Ich bin - weil die nächste deutsche Schule 30 km Hause entfernt war - quasi mit 12 Jahren zu Hause ausgezogen. Habe in Schülerheimen und “privat” gewohnt. “Privat” heißt bei einer älteren Dame, die Schüler bei sich aufgenommen hat, aber keine Kontrolle über uns hatte. Bekam meine Mutter Wind von meinem Treiben, bekam ich einen Anruf. Diese Schimpftiraden ließ ich lässig über mich ergehen, indem ich den Hörer am Kabel (ich bin schon ein paar Jährchen alt, damals hatten wir noch Telefonhörer mit Kabel!) durch die Luft schwingen ließ und ab und zu ein “ja-ha”, “mach ich Mama” und “m-hm” hineinhauchte. Meine Freundin bekam Lachkrämpfe, tat es bei ihrer Mutter genauso und mich beschlich damals schon das Gefühl, dass ich das irgendwann in meinem Leben heimgezahlt bekomme. Und ich glaube, an dem Punkt bin ich jetzt angelangt.

Ich habe zwei Töchter. Die Große ist 11 einhalb. Es geht los, mit der Pubertät. Zusammenhängende Sätze gibt es nicht. Faule Ausreden dafür viele. Der Verstand wird auf Eis gelegt und nur im Notfall eingesetzt. Die aller-aller-beste Freundin wird überlebensnotwendig und wird jeden Tag zum Abschied nach der Schule umarmt. Jungs sind “sowas von hohl” allen voran eingeschlossen der eigene Bruder. Die eigenen alten verschrobenen Eltern sind einfach nur zum Augen-verdrehen-peinlich und verstehen einen einfach nicht. Alles wird vergessen und verloren. Diesen Winter hat die Große zwei Mützen und einen Schal verloren. Klassiker hierzu: Am Samstag hatte das werte Frollein Tochter einen Schwimmwettbewerb. Weil im Zuge der neuen Vergesslichkeit Badekappe und Schwimmbrille (beides Markenprodukte und super Qualität - hätten noch 15 Jahre gehalten!) verschütt gegangen waren, fuhr der DüneSiebenMann sie auf dem Weg zum Wettkampf beim Sporthändler vorbei, damit sie sich beides (vom eigenen Taschengeld) neu kaufen kann. Und was tut das Schusselchen? Vergisst dafür das sündhaft teure, weil superhautfreundliche Haut-und-Haar-Duschgel. Die Ausrede? Ich glaube das war alle, ich glaube ich habe das weggeschmissen! Das war nicht alle, meine Liebe, das war noch 2/3 voll. Aber sachliches Argumentieren bringt nüscht. Da beißt man sich die Zähne aus. Das pubertierende Scheusal Mädchen wirft die Zimmertür zu und Avril Lavigne an und gibt sich ihrem Schicksal hin, mit einer zickigen Schwester, einem “so hohlen” Bruder, einer ewig nörgelnden Mutter und einem ungeduldigen Vater gestraft zu sein. Hallo??!

Das Schlimme Gute daran ist, dass ich mich wie gesagt noch an meine Pubertät so genau erinnere. Dieses Gefühl, alle anderen sind verkorkst und man ist die einzig Normale. Dass alle Jungs im eigenen Alter und drunter so hohl sind, aber die in den älteren Jahrgängen irgendwie so süüüß! Dass die Eltern null Verständnis haben für Dinge, die alle anderen auch dürfen. (Aber die anderen…!) Dass man das eigene Handeln und Denken nun mal einfach nicht steuern kann und einfach nie, nie schuld ist. (Hallo? Was kann ich denn dafür?) Dass die Welt um einen herum in Schutt und Asche versinken kann, man sitzt auf einer einsamen Insel und versucht Avril Lavigne Texte zu übersetzen und interpretieren… Ich seh mich noch mit RiesenRosaPlastikOhrringen und knalleng abgenähten (sodass die Durchblutung der Waden komplett abgeschnürrt war) Jeans inklusive oversize Pullover in meinem Zimmer sitzen, vor mich hinschmollen und Kajagoogoo hören. Nur dass ich meine, dass früher die Pubertät gut zwei Jahre später anfing. Oder waren wir in Namibia nur etwas hinterher?

So und hier ist MEIN pubertärer Song der frühen Achtziger:

Die Große jetzt

übrigens auch

edit: und der Mann ist mit Fieber und Kodderigkeit um 12h30 hier eingekehrt. Ich reiche Magen-Darm-Tee, Zwieback, Schüsseln und Vomex Zäpchen. Dazwischen pfeif ich mir eine GA Folge nach der anderen auf DVD rein. Mir geht es gut, Kaffee und Kuchen schmecken noch!!.

oh, what a circus, oh what a show!!

Ah Herr Noro, schon so viel von Ihnen gehört. Wollte mir das Kennenlernen eigentlich für einen Moment aufbewahren, wo ich ein klitzekleines bißchen besser auf den Beinen bin. Aber man kann sich die Dinge nicht aussuchen, schon gar nicht als Mutter. So bleibt mir nichts anderes, als meinem brechendenkotzenden Sohn den Rücken zu streicheln, während er sich entleert. Und aufpassen, daß er nicht im Klo ertrinkt, dünn dünner am dünnsten wie er jetzt ist.

Wenn ich eine Bitte äußern dürfte: Wenn Sie so nett wären und gehen würden, ohne den Schwestern und den Eltern Ihren fiesen Atem ins Gesicht zu hauchen?? Ich weiß nicht, ob meine Bauchmuskulatur Noro-Krämpfe schon aushalten kann. Danke!

eine Oma darf so etwas sagen

Gestern von meiner Mutter (sie hat neun Enkel!) gehört:

Grandchildren are God’s reward for not killing your own children.

Also - beim nächsten Anfall von “ich tacker die Kinder an die Wand” Mal dran denken!

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