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back on track (2)

Bei dem letzten Versuch wurde ich abrupt durch kranke Kinder unterbrochen. Es folgten eine Stippvisite des Herrn Noro, zum Glück bin ich verschont geblieben.

Nun aber: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich einen kurzen Bericht der OP schulde. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank aber auch für die vielen lieben Worte. Es hat gut getan! Wer OP Berichte nicht mag, bitte jetzt ein anderes interessantes Blog Ihrer Wahl anklicken!

Also, wie so vieles im Leben, verbinde ich auch diese OP und den Krankenhausaufenthalt mit Musik. Am Morgen bevor ich in den OP geschoben wurde versuchte ich meine Flatternerven mit “Ghost in this house” (hier von Alison Kraus, aber um Meilen besser im Original von Nils Landgren) zu beruhigen. Meine Bettnachbarin war direkt vor mit dran (auch Hysterektomie) und sie wurde von der “LmaA” Beruhigungstablette komplett ausgeschaltet und konnte sich an nichts erinnern, nicht wie sie aus dem Zimmer geschoben wurde und schon gar nicht an die Prozedur in der Schleuse. (”Schleuse”. “Der Patient wird geschleust”. Finde ich so gruselig.) Ich für meinen Teil durfte das im knallwachen Zustand genießen. Zwar leichte “scheißegal-Haltung”, aber dennoch wach aus dem Zimmer geschoben worden, in die Schleuse, selbst auf den gynäkologischen OP-Stuhl geklettert, dabei überhört wie der eine Pfleger zu dem anderen (offensichtlich neuen) sagte: “hier mußt du aufpassen, mir ist gestern jemand fast abgestürzt, hätte ich nicht hier gestanden”. Gedacht, wie beruhigend, dass ich mich noch um mich selbst kümmern kann und mich nicht im Tiefschlaf in die Obhut eines ungelernten Pflegers geben muß! Schön artig Faust gemacht für den Venenzugang und sogar noch erinnert, dass der rechte Arm die bessere Vene bietet. Dann in den OP, mich aufgesetzt so gut es eben ging auf DEM Stuhl und dann doch etwas beduselt. Aber immerhin versucht, aufzusetzen. Wann ist man schon mal live und in Farbe im OP? Als die Narkose gespritzt wurde noch hektisch die Augen aufgerissen, damit sie nicht anfangen, bevor ich richtig weg bin. Das muß sehr komisch ausgesehen haben, jedenfalls instruierte mich die Anästhesistin “schließen Sie doch einfach die Augen, Sie müssten jetzt auch sehr müde werden”. Beim Aufwachen nach der OP unter einer großen Uhr gelegen, die stundenminutenlang mit zusammen gekniffenen Augen fixiert, um Herr der Lage zu werden und die Sache wieder selbst in die Hand zu nehmen. Festgestellt, dass ich insgesamt 2,5 Stunden weg war. Immer wieder weggedrömelt und im Drei Sekunden Takt  in regelmäßigen Abständen genervt, dass ich aufs Klo muss. Die Schwestern im Aufwachraum müssen Nerven wie Stahlseile haben, sie meinten immer wieder “lassen Sie’s laufen, sie haben einen Katheter”! Ich hasse allein die Vorstellung eines Katheters und war in der irren Annahme, wenn ich nur laut und anhaltend genug jammere, wird der pronto entfernt. Weit gefehlt. Bis zum nächsten Nachmittag hatte ich das Vergnügen kathetirisiert zu sein. Als ich wieder im Zimmer lag, mit letzter Kraft meinen Eltern eine “ich habe überlebt” SMS nach Namibia geschickt. Als meine Mutter sich dafür bedankte, verwirrt unter “Gesendet” nachgeguckt - es muss tatsächlich ICH gewesen sein, ich hebe sie mir als Beweis auf, zu was man imstande ist, unmittelbar nach einer Narkose. Ich kann mich nicht an das Verfassen einer SMS erinnern. So ging der Rest des OP Tags zur neige. Abends leichtes Kötzeln, gefolgt von einem Fencheltee und Zwieback. Rückblickend wenig spektakulär, wenig Schmerzen, frühes Wecken (Warum nur, warum muss ein frisch operierter Patient morgens um 4h45 geweckt werden, zum “Waschen” mit einem Feucht-Einmal-Waschlappen aus der Packung?), viel Lesen, viele Tulpen, viel Moby und Coldplay und dann endlich am Montag, 5 Tage nach OP, nach Hause!

Zu Hause eine Woche Entspannung, der DüneSiebenMann hatte Urlaub und Haushalt, Kinder, Hausaufgaben, Kindertaxifahrten und Kater fest im Griff. Einige Male lag ich oben im Bett, frühmorgens, und fragte mich, warum es unten so harmonisch und wenig hektisch klingt und warum ICH oft schon morgens um 6h15 Schweißflecken bis zur Taille habe?

Die zweite Woche brachte - Sie wissen schon Noro und so weiter. Die dritte Woche bescherte mit am Montag mit krankem Mann und genesender Großen, Dienstag und Mittwoch dann nur noch mit genesendem Mann.

So, und jetzt sehe ich mich als soweit erholt an, dass ich wieder ganz langsam einsteigen kann. Es folgen Elternabende (von mir, der ewigen Elternvertreterin, organisiert), Besuche bei der örtlichen und dörflichen Plattdeutschen Theoter Aufführung, Orthopädenbesuch mit der Tochter und andere Alltagsdinge im Leben der DüneSieben.

Es war schön, viel auf der Couch zu liegen, fernzusehen bis die Augen schmerzen und zu lesen, lesen, lesen, aber noch schöner ist es, wieder back on track zu sein!

Ganz bei Ihnen,

bin ich, liebe Frau Antonmann! Dieses verpflichtende bloggen, bzw. kommentieren liegt mir sehr fern. Gerade deswegen verzichte ich auf einen Feedreader. Ich möchte durch die Blogs strolchen und mich überraschen lassen. Ich möchte kommentieren, weil mir danach ist und nicht weil ich mir erhoffe, damit meine Blogstatistik in die Höhe zu treiben. Es herrscht schon im sonstigen Leben genug Konkurenzkampf, als dass man sich beim Thema Bloggen auch noch unter Druck setzen sollte.

(Das hatte ich als ein Kommentar für Frau Antonmann angefangen, aber es ist mir doch wichtig genug, als dass ich es als Statement hier stehen lasse. Auch wenn es ein Beitrag ist, der meine Blog Statistik nicht in die Höhe wird schnellen lassen. Aber die ist eh im Keller zur Zeit. Und hey - was sind schon Statistiken?)

Komisches Wort

Kaschieren. Es ist ein merkwürdiges Wort, also nicht das Wort an sich, sondern die Bedeutung dahinter. Ich denke da immer an ältere Damen, die ein paar Pfunde kaschieren wollen. Oder graues Haar (nein nicht Deines, liebe Stilke!) wird kaschiert. Oder der schmutzige Hals von Kindern wird kaschiert mit einem Halstuch. Und wenn ich ein T-Shirt anziehe und denke oh, das kaschiert ja ganz gut, dann zieh es ganz schnell wieder aus und ziehe stattdessen in einem nicht kaschierenden, engen T-Shirt den ganzen Tag den Bauch ein. Ich weiß nicht, wo diese Aversion gegen dieses Wort herkommt.